Feuerwehr spürt den demografischen Wandel

Das Foto zeigt die Feuerwehrmänner, die für ihr 35-jähriges Engagement ausgezeichnet wurden.
Das Foto zeigt die Feuerwehrmänner, die für ihr 35-jähriges Engagement ausgezeichnet wurden.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Auch die Feuerwehr bekommt die Auswirkungen des Demografischen Wandels inzwischen zu spüren. Bei den Jugendfeuerwehren gibt es ein Minus von rund 20 Prozent.

Brunskappel..  „Alle Männer sind nicht gleich! Nur die Besten gehen zur Feuerwehr!“ Dieser Spruch war auf den Aufstellern auf den Tischen in der Brunskappeler Schützenhalle beim Olsberger Stadtfeuerwehrtag zu lesen. Allerdings scheint dieser Spruch heute nicht mehr so ganz gültig zu sein, denn unter den 305 aktiven Feuerwehrleuten im Stadtgebiet sind immerhin auch 16 junge Damen, wie aus dem Rechenschaftsbericht von Wehrführer Helmut Kreutzmann hervorging.

Und wie den Grußworten des stv. Bezirksbrandmeisters Uwe Wiedenbeck und des stv. Kreisbrandmeisters Uwe Schwarz zu entnehmen war, sind die Frauen in jeder Wehr gern gesehen. Da sprechen auch die Zahlen der Kinder und Jugendlichen in den Jugendfeuerwehren im Stadtgebiet für sich, denn immerhin beträgt der Anteil der jungen Mädchen hier 20 Prozent.

Nachdem im Vorjahr der Löschzug Bigge-Olsberg ein neues LF 20 erhalten habe, verfüge die Wehr jetzt über einen mehr als modernen und schlagkräftigen Fahrzeugpark, so Wehrführer Kreutzmann, der die Ausgaben der Stadt Olsberg in den letzten zwei Jahren für die Feuerwehr mit über eine Million Euro bezifferte. Das mache pro Bürger und Monat gerade einmal drei Euro für die Sicherheit eines jeden aus. Dennoch sei ein Minus von 20 Prozent bei den Jugendfeuerwehren eine Zahl, die aufhorchen lasse.

Insgesamt 74 000 Dienststunden

Wie Kreutzmann ausführte, wurde die Wehr zu 49 Brandeinsätzen, 167 sonstigen Einsätzen und 107 technische Hilfeleistungen gerufen. 60 Mal kam man aufgrund eines Fehlalarms umsonst. Das summiere sich einschließlich der Ausbildung und der Eigenleistung an Grundstücken und Gebäuden zu 74 000 Stunden.

Trotz aller demografischen Entwicklungen, eine ausreichende Personalstärke müsse vorhanden sein, so der Wehrführer weiter und warf die Frage auf: „Frag nicht, was die Feuerwehr für Dich tun kann, sondern frag vor allem, was Du für Deine Feuerwehr tun kannst.“ Daher Kreutzmanns Bitte an alle Jugendlichen und Einwohner der Stadt Olsberg, sich auch aktiv einzubringen.

Bürgermeister Fischer hatte an den Flugzeugabsturz in Elpe erinnert, wo die Feuerwehr permanent im Einsatz gewesen sei. Denn mit Retten, Löschen, Bergen und Schützen sei das Aufgabenfeld der Feuerwehr in Schlagworten umrissen. Das sei nur mit viel Idealismus, Verlässlichkeit und Fachkompetenz zu leisten. Daher zolle auch die Bevölkerung den Mitgliedern der Feuerwehr mehr als hoher Respekt.

Auch Fischer warb für die Mitgliedschaft in der Feuerwehr und nannte es eine Herausforderung, auch tagsüber die Bereitschaft der Löschgruppen sicher zu stellen. Sein besonderer Dank galt den Arbeitgebern, die immer wieder die ehrenamtlich Engagierten im Einsatzfall freistellen. Schließlich brach Fischer noch eine Lanze für die Jugendfeuerwehr: „Die Mitglieder der Jugendfeuerwehr von heute sind die Brandmeister und Wehrführer von morgen.

Dorfgemeinschaft

Bevor eine Vielzahl von Ehrungen für langjährigen aktiven Dienst anstanden, betonte Brunskappels Ortvorsteher Klaus-Peter Körner, selbst ein engagierter Feuerwehrmann, die Feuerwehr sei offen für alle Schichten der Bevölkerung. Außerdem sprach er sich für den Erhalt der Löschgruppen aus, zumal oft zunächst schnelle Hilfe angebracht sei. Darüber hinaus sei die Löschgruppeeine unverzichtbare Größe in der Dorfgemeinschaft.