Feuer frei auf Schützenvögel!

Das Vogelschießen gehört zum Schützenfest traditionell dazu.
Das Vogelschießen gehört zum Schützenfest traditionell dazu.
Foto: Nicole Voss
Was wir bereits wissen
Bleibt den Sauerländern das traditionelle Vogelschießen erhalten? Das war die Frage bei einer Infoveranstaltung des Kreischützenbundes Brilon.

Silbach.  . Bleibt den Sauerländern das traditionelle Vogelschießen in seiner jetzigen Form erhalten? Eine Antwort auf diese Frage versprachen sich die Delegierten so ziemlich aller Gesellschaften, Bruderschaften und Vereine von einer Informationsveranstaltung des Kreisschützenbundes Brilon in Silbach.

Um es vorweg zu nehmen: Es bleibt alles beim Alten - zumindest in diesem Jahr. Das ist der einstimmige Tenor der Experten auf dem Podium in der Schützenhalle der Silbacher St.-Hubertus-Schützenbruderschaft. Auch wenn die eine oder andere Richtlinie mehr beachtet werden muss, wie die Vertreter des Hochsauerlandeskreises, der Sachverständige Bernd Soens, Bundesschießmeister Wolfgang Klauke und Büchsenmacher Konrad Stehling den mehr als 130 Vorstandsmitgliedern erläuterten.

Gerade der Hochsauerlandkreis zeigt sich da von einer fast schützenfreundlichen Seite, wenn es um die Überprüfung der Vogelschießanlagen geht, wie es Landrat Dr. Karl Schneider bereits auf der Kreisversammlung im März angekündigt hatte. So wird zu den alle vier Jahre stattfindenden Prüfterminen der Anlagen des Hochsauerlandkreises als Waffen- oder Erlaubnisbehörde nur dann ein Sachverständiger hinzugezogen, wenn erhebliche Mängel festgestellt wurden. Werden keine oder nur geringe Mängel festgestellt, erfolgt die Abnahme in Form eines Protokolls und ein Gutachten ist nicht erforderlich. Sind die geringen Mängel behoben, gibt’s die Freigabe durch die Waffenbehörde, was nicht mit Mehrkosten verbunden ist.

Allerdings sollten die Vereine, deren Anlage zur Überprüfung ansteht, alle Unterlagen vollständig zur Hand haben. Dazu zählen unter anderem der Standort der Anlagen, Statik und Baugenehmigung, Standsicherheit, Überprüfungsprotokolle der Seilzuganlagen und der Nachweis zur Einhaltung der immissionsrechtlichen Bestimmungen, so Anette Babucke. Sie ist beim HSK für das Waffenwesen zuständig und verwies darauf, dass beim Hochsauerlandkreis die vorhandenen Unterlagen nicht immer ganz komplett seien.

Kosten für den Gutachter

Die Kosten für einen Gutachter sind vom Betreiber der Schießanlage selbst zu tragen. Allerdings ist die Zahl dieser Experten recht dünn gesät und seitens des KSB wurde hier aus der näheren Umgebung Jochen Schlomberg aus Welver genannt. Ein weiterer Fachmann in Sachen Sicherheit unter der Vogelstange ist Bernd Soens aus Euskirchen, der im letzten Jahr der Olsberger Schützenbruderschaft St. Michael mit Rat und Tat zur Seite stand, als es darum ging, im Hasley einen so genannten Lamellenkugelfang zu installieren. Ein solcher Kugelfang lässt wesentlich größere Schützenvögel zu, so Bernd Soens in Silbach. Er biete ein großes Maß an Sicherheit für das Schützenvolk unter der Stange. Es gehe nur um die Sicherheit und nicht darum irgendetwas kaputt zu machen, so der Sachverständige mit jahrzehntelanger Erfahrung: Bernd Soens: „Ich will Sie davor bewahren, damit nicht durch einen Unfall eine alte Tradition wie das Vogelschießen auf der Strecke bleibt, denn ich stehe voll hinter dem Schützenwesen.“

Nach alter Väter Sitte schießen

Nach seinem umfangreichen Statement stellte sich Bernd Soens den Fragen der Vereinsvertreter, meist den örtlichen Schießmeistern. Da ging es noch einmal um die Größe von Kugelfang und Schützenvogel, Kosten für einen Lammellenkugelfang, Verantwortlichkeit beim Vogelschießen und die Munition sowie um das Holz, aus dem die stolzen Schützenvögel des Sauerlandes gebaut werden dürfen. Oft waren es recht individuelle Fragen.

Aber all das zeige, wie sehr den Schützen das Vogelschießen nach alter Väter Sitte am Herzen liege, so der Moderator, Kreisoberst Dieter W. Braun. Und das rege Interesse seitens der Vereine des Kreisschützenbundes Brilon spreche für sich, fügte Kreisgeschäftsführer Norbert Clement hinzu.