Faszination Eisenbahn vereint

Immer montags treffen sich im Josefsheim die Modelleisenbahnfreunde, um gemeinsam an der Anlage zu arbeiten. Horst Richter ist regelmäßig dabei. Am 26. April wird es einen Tag der offenen Tür geben.
Immer montags treffen sich im Josefsheim die Modelleisenbahnfreunde, um gemeinsam an der Anlage zu arbeiten. Horst Richter ist regelmäßig dabei. Am 26. April wird es einen Tag der offenen Tür geben.
Foto: Polzer
Was wir bereits wissen
Menschen mit und ohne Behinderung bauen im Josefsheim gemeinsam seit Jahren an einer Modelleisenbahnanlage - bei einem Tag der offenen Tür kann sie besichtigt werden.

Bigge..  Auf diesem Dachboden ruht ein Schatz, der das Herz von Eisenbahnfreunden höher schlagen lässt: Im Haus von Galen, einem der Wohnhäuser für Menschen mit Behinderung des Josefsheims Bigge, steht eine 55 Quadratmeter große Modelleisenbahnanlage. Einige Zeit war sie etwas in Vergessenheit geraten. Seit Anfang vergangenen Jahres bringt eine Gruppe von Menschen mit und ohne Behinderung sie technisch auf den neuesten Stand.

Immer montags abends von 20 bis 22 Uhr treffen sich die Modelleisenbahnfreunde, um an der Anlage zu arbeiten. Schon die reinen Zahlen und Fakten sind beeindruckend: Über 300 Meter Schienen sind verlegt, mehr als 80 Weichen eingebaut, rund 30 Lokomotiven fahren über die Gleise. „Für die Landschaften gibt es keine realen Vorbilder. Wir haben alles nach unserer Fantasie gebaut“, sagt Jens Jung, Mitarbeiter im Haus von Galen, der in seiner Freizeit der Modelleisenbahngruppe angehört.

Diese Gruppe gibt es schon seit 1986. Zunächst trafen sich die damaligen Gründer zum Basteln. Seit 1988 beschäftigen sie sich mit der Modelleisenbahn, haben die Anlage Stück für Stück aufgebaut. „Die Gründer der Gruppe sind leider ­bereits verstorben. Wir sind sozusagen die zweite Generation“, sagt Jens Jung. Derzeit hat die Gruppe elf feste Mitglieder. „Das Miteinander von Menschen mit und ohne ­Behinderung war hier immer schon selbstverständlich, lange bevor es den Begriff Inklusion gab.“ Das gemeinsame Hobby bringt sie zusammen.

Schon immer engagierten sich Mitarbeiter des Josefsheims in ihrer Freizeit für die Modelleisenbahn, kamen Eisenbahnfreunde aus Bigge oder den umliegenden Orten dazu, um an der Anlage zu werkeln.

Zusammenstöße ausgeschlossen

Nachdem die Anlage zuletzt einige Jahre geruht hatte, wird sie nun modernisiert. Und das heißt: digitalisiert. 15 der 30 Loks fahren bereits digital. Dafür wurden 1500 Meter neue Kabel verlegt. Die Steuerung der Züge erfolgt per Computer über das Programm „SoftLok“. Zusammenstöße sind damit ausgeschlossen, denn der PC weiß immer ganz genau, welcher Zug gerade wo steht oder fährt.

„Ein Teil der Anlage wird aber analog bleiben, als Erinnerung an alte Zeiten und damit wir später noch vergleichen können, wie sich die Technik damals und heute unterscheidet“, erläutert Jens Jung.

Die Umstellung auf die digitale Technik ist natürlich auch eine Kostenfrage. Das meiste des vorhandenen Materials kam dank Sach- oder Geldspenden zusammen, über die sich die Gruppe nach wie vor freut.

Interessierte können einfach montags zu den Treffen kommen oder sich vorab bei Jens Jung telefonisch informieren. Er ist erreichbar unter 02962 800-290 oder -681.