Fans pushen Andreas Sidon zum Sieg

Andreas Sidon (dunkle Hose) beim WBB-Titelkampf gegen Dragan Janjanin in Olsberg. Punktsieg für Sidon
Andreas Sidon (dunkle Hose) beim WBB-Titelkampf gegen Dragan Janjanin in Olsberg. Punktsieg für Sidon
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Einen Sieg nach Punkten gab es für Andreas Sidon am Samstagabend in der Konzerthalle. Der 52-Jährige trat gegen einen halb so alten Herausforderer an.

Olsberg..  Mit einem einstimmigen Punktsieg verteidigte Andreas Sidon aus Gießen in der Olsberger Konzerthalle seinen Weltmeistertitel der WBB gegen Dragan Janjanin aus Bosnien-Herzegowina.

Der Bosnier war kurzfristig für den am Knie verletzten Herausforderer Danny Williams aus Großbritannien eingesprungen. Die lauten Unmutsrufe von wegen ..Vera.“ und so verstummten schnell, als es im Ring sofort richtig zur Sache ging. Denn was der 26-Jährige und damit halb so alte Herausforderer bot, war mehr als nur ein Lückenbüßer, denn er forderte Sidon alles ab.

Äußerst bissig, vor allem dann wenn der ehemalige Olsbergermit seiner Rechten einmal durch kam. Dann kam postwendend eine blitzschnelle, gefährliche Konterattacke. Aber der stürmisch von den Zuschauern angefeuerte Sidon war auf der Hut und löste sich routiniert aus der brenzligen Situation.

Alles in allem bis zum Schlussgong ein sehr offener Kampf und niemand im Publikum wusste letztendlich, für wen sich die Punktrichter entscheiden würden. Umso überraschender dann doch der einstimmige Sieg. Auch ein Unentschieden wäre drin gewesen und auch bei einer knapper Niederlage hätte sich Sidon nicht beklagen können.

Dennoch geht das Ergebnis in Ordnung, das von Ringsprecher Gerhard Müller unter dem Jubel der Zuschauer verkündet wurde.

Dieser Hauptkampf war ein echter Kracher für das Olsberger Publikum. Es war die erste Boxveranstaltung überhaupt in der fast 50-jährigen Geschichte der Konzerthalle, in der schon vielen Größen des Showgeschäfts zu Gast waren. Sicher wäre dann die „Hütte“ voll gewesen, wenn Samstagabend nicht das Pokalendspiel im Fernsehen mit einer gewissen Borussia aus Dortmund übertragen worden wäre. Dazu kamen noch diverse kleinere und größere Veranstaltung in Olsberg und Umgebung. Aber die rund 650 Boxfans, die vor allem gekommen war, um den ehemaligen Olsberger Andreas Sidon kämpfen zu sehen, waren zufrieden

Und Andreas Sidon war es auch: „Ich komme immer wieder gerne nach Olsberg zurück“.

Neben dem Hauptkampf stand noch ein Dutzend Rahmenkämpfen im Programm. Angefangen als „Warm up“ mit den jungen Leute des Olsberger Judoclubs Kodokan, die sich wohl noch nie vor einer so großen Zuschauerkulisse präsentieren konnte. Guten Sport boten teilweise auch einige Akteure im Ring, die sich für höhere Aufgaben empfehlen wollten.

Junger Antfelder: K.o.-Sieg in Runde 1

Aber längst nicht alle, denn bei mehreren Kämpfen war schon in der Anfangsphase Schluss. Entweder sprach der Ringarzt ein Machtwort oder die Ecke warf das Handtuch. Da sparten die Zuschauer nicht mit Pfiffen und hier und da war sogar von „Fallobst“ die Rede.

Ein 13-jähriger Bursche machte besonders Furore: Julian Zimbelmann aus Antfeld, der in der D-Klasse K1 mit seinem Gegner Morris Derks aus Ascheberg kurzen Prozess machte und ihn unter dem Jubel der Zuschauer gleich in der ersten Runde K.o. schlug.