Serie
F wie Frühjahrsputz
29.03.2010 | 14:40 Uhr 2010-03-29T14:40:00+0200
Zum Frühling gehört Reinemachen genauso wie die Krokusse.
Wer nicht von der Frühjahrsmüdigkeit betroffen ist, der nutzt die neue Energie und greift zum Putzlappen. Aber was tun bei echten Problemfällen? Die WP hat zwei Hausmittelchen getestet.
Ammoniak wirkt Wunder
Der Tipp kam vom Kollegen. Ein Schuss Ammoniak ins Putzwasser für Fenster - keine Schlieren und kein Schrubben. So versprach es -z-. Aber es war nicht einfach, so ein Fläschchen zu bekommen. Die erste Apotheke verkauft es nur literweise und hat es nicht vorrätig. Ein Treffer bei der zweiten. „Wieviel Prozent?”, fragt der Apotheker. „Keine Ahnung.” Das hat -z- nicht verraten. Das Stichwort Fensterputzen hilft. „Auch wenn Sie Schnupfen haben, können Sie kurz dran schnuppern. Das macht die Nase frei”, so der Apotheker. „Aber nicht inhalieren oder trinken.” Er füllt 100 ml ab und klebt ein orange-schwarzes Schild mit dem X für „reizend” darauf.
Nur mit Fensterleder
Dann geht es an die Gummihandschuhe. Natürlich in frühlingshaftem Gelb. Die Jalousien schnell runter, damit die Sonne nicht für Streifen sorgt. Mit lauwarmen Wasser und einem Schuss Ammoniak werden die Scheiben bearbeitet und mit einem Trockentuch das Wasser weggewischt.
Auf den ersten Blick gelungen. Aber als die Jalousien wieder oben sind, offenbart sich das Problem. Sauber sind die Scheiben, aber auch staubig. „Fensterleder zum Trocknen sind das einzig Wahre”, empfiehlt -z-. Leider zu spät. Also beim nächsten Mal. Katja Gohsmann
Frisches Weiß dank Zahncreme?
Langsam wurde es Zeit: Unter den weißlackierten Stühlen in meiner Küche habe ich schon als Vierjährige kleine Puppenwohnungen eingerichtet. Im Laufe von 22 Jahren changierte das einstmals strahlende Weiß jedoch in gelbliches Grau. Für die erste eigene Wohnung waren sie trotzdem gut genug.
Neulich fiel mein Blick beim Frühstück auf die gegenüberliegende Stuhllehne. Die Vorfrühlingssonne leuchtete jeden Fleck auf dem jahrzehntealten Lack erbarmungslos aus. Da war ich es leid. Die Stühle mussten geputzt werden.
Hier einige Mittel, die nicht wirkten: Wasser. Warmes Wasser. Warmes Wasser mit Spülmittel. Warmes Wasser mit Putzmittel. Mit Scheuermilch. Mit Essig. Glasreiniger. An das ganz harte Zeug aus der Chlor-/Giftecke der Drogerie traute ich mich nicht — schließlich wollte ich die Stühle reinigen und nicht schälen.
Ich war kurz davor, wieder zur Methode „nicht hinsehen” übergehen, als mir meine Mutter riet, ich solle es mit Zahnpasta versuchen. Zahnpasta? Aber ja, darin sei Schlämmkreide enthalten. Die mache Verfärbungen den Garaus.
Dreck löst sich
In Erwartung einer widerlichen Schmiererei machte ich mich ans Werk. Billige Zahncreme ins warme Wischwasser — und siehe da, schon beim ersten Wisch über die Lehne löste sich Dreck aus 20 Jahren und rann das Stuhlbein herunter. Geschmiert hat auch nichts, war doch die Zahnpasta-Konzentration im Wasser niedrig genug. Eine Stunde und eine Tube Zahncreme später strahlten sie, meine Stühle. Ganz in Weiß, mit einem Hauch Kaugummiduft.
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