Es summt schon wieder im Kurpark
02.04.2008 | 18:07 Uhr 2008-04-02T18:07:00+0200
Brilon. Seine Bienenstiche zählt Paul Bange nicht mehr. Es sind unzählige. Bange ist Mitglied des Briloner Imkervereins. Auch in diesem Jahr hat er schon einige Stiche davongetragen. Das schöne Wetter hat die Bienen aus ihren Stöcken getrieben.
Mehr als 50 000 kleine Bewohner tummeln sich momentan im Lehrbienenstand des Briloner Imkervereins. „Im Sommer wird die Zahl noch einmal steigen. Wir haben hier drei große und vier kleine Bienenvölker der Carnica-Art”, erklärt Paul Bange. Nicht nur in den Stöcken herrscht reges Treiben, auch nach draußen wagen sich die Insekten seit ein paar Tagen auf der Suche nach Pollen und Wasser. Die Pollen werden als Futter für die erste Brut benötigt, das Wasser, um das harte Winterfutter aufzulösen.
„Die Bienen haben den ganzen Winter dicht gedrängt zusammengesessen, um sich und ihre Königin durch Muskelzittern warm zu halten”, erklärt Franz Scherl, Bienensachverständiger und erster Vorsitzender des Imkervereins Brilon. Die Bienen bilden in der kalten Jahreszeit eine Wintertraube, um ein Minimum an Energie nutzen zu müssen. Die Energie, die sie im Winter verbrauchen, stammt aus dem im Herbst eingelagerten Futter. Angeregt durch die Sonnenstrahlen beginnen die Königinnen nämlich jetzt wieder mit der Eiablage. So entsteht ein erstes kleines Brutnest innerhalb des Bienenstocks.
Im Sommer können die Königinnen dann bis zu 3 000 Eier pro Tag legen. Ein großes Bienensterben, von dem in den vergangenen Jahren immer wieder zu hören war, ist beim Briloner Imkerverein bisher ausgeblieben. „Der Grund für das Sterben ist die Varroa-Milbe, die die Bienen sticht und ihnen Blut absaugt. Wir arbeiten aber daran, die Milbenzahl klein zu halten. Das hat bisher auch funktioniert”, erklärt Paul Bange.
Imker-Lehrgang
Erst Mitte Mai können Franz Scherl und Paul Bange den ersten Honig in diesem Jahr ernten. Dennoch ist der Briloner Imkerverein derzeit richtig aktiv. Tag für Tag werden die Bienen beobachtet. Am Samstag, 12. April, startet um 15 Uhr zudem ein Imkerlehrgang. Dabei sollen zunächst einmal am Lehrbienenstand im Kurpark die Bienen mit allem was dazugehört dem Publikum vorgestellt werden. An weiteren Nachmittagen besteht dann die Möglichkeit, einen Lehrgang zu absolvieren. Ebenso können angehende Bienenfreunde einen Sommer lang einem örtlichen Imker über die Schulter schauen. „Wir wollen gemeinsam Bienenstandorte besichtigen, Bienenwohnungen vergleichen und Königinnen kennzeichnen”, erklärt Franz Scherl.
Der Imkerverein hofft, durch diese Aktionen neue Mitglieder gewinnen zu können. „Vor rund acht Jahren hatten wir noch 60 Mitglieder, derzeit sind es nur noch 34”, sagt Paul Bange. Am Ende des Lehrgangs, den der Verein bereits im vergangenen Jahr angeboten hatte, soll gemeinsam Honig geschleudert werden. Und jeder Teilnehmer soll auf Wunsch ein Bienen-Volk erhalten. Hierzu sind alle Interessierten aus der Umgebung eingeladen. Nähere Infos gibt es bei Franz Scherl, 02953 8464, abends, oder bei Paul Bange, 02961 8469.
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