"Es ist einiges im Umbruch"
24.02.2008 | 17:26 Uhr 2008-02-24T17:26:00+0100Altkreis. (sf) Die beiden Jugendherbergen im Altkreis mussten im vergangenen Jahr mit rund acht Prozent weniger Umsatz auskommen.
Winterberg verzeichnet 18 800 statt 20 485 Übernachtungen, Brilon rutschte in diesem Bereich von 17 589 auf 15 779 herunter. Ein Trend, der sich auch in vielen anderen Einrichtungen des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) abzeichnete.
Warum diese Rückgänge, die sich auch in den Gästezahlen widerspiegeln? Brilon rutschte von 6966 in 2006 auf 6428 in 2007, Winterberg von 9258 auf 7935. Dorothee Wenken, die mit ihrem Mann Ulrich die Jugendherberge in Brilon leitet, erklärt den Rückgang so: „Die Schulklassen sind einfach kleiner geworden. Statt 25 oder 28 kamen wir auf nur 16 oder 17 Schüler pro Grundschulklasse.”
Kleinere Klassen
Wegen einer begrenzten Anzahl von Seminarräumen kann die Jugendherberge nur immer gleichzeitig fünf Schulklassen aufnehmen. „Wir hatten insgesamt sogar drei Klassen mehr. Aber wir merken, dass bei den Schulen einiges im Umbruch ist.” Darum suchen sich die Briloner - neben dem ökologischen Schwerpunkt - weiterere Profile: „Wir sind für Familien besonders geeignet und bieten ihnen Programme, die sonst Schulen angeboten werden”, betont Dorothe Wenken. Preisgünstige Schnupperangebote in den Sommerferien, die Zusammenarbeit mit „Brilon natürlich”, Senioren als Zielgruppe, so lauten einige Ideen: „Wir haben tausend weitere. Ich denke, da wächst noch was”, ist die Briloner Herbergsmutter optimistisch.
Neue Profile suchen
Ähnlich geht es ihrem „Kollegen” Patrick Lang, Leiter der Jugendherberge in Neuastenberg. Einhundert Meter vom Rothaarsteig und fünf Minuten von der Postwiese entfernt hat seine Einrichtung die ideale Lage für Sportlustige. Diese allerdings haben in 2007 Jahr der schlechte Winter und dann Kyrill vergrault: „Auch der Januar 2008 war nicht gut, die Inversionswetterlage bescherte uns hier oben fünf Grad. Das war zu warm zum Beschneien. Aber der Februar ist bisher super.”
Ob Einzelpersonen, Familien, Sportgruppen oder ganze Fahrradvereinen, die Winterberger Jugendherberge hat mit ihren 170 Betten eine breite Zielgruppe. Aber: „Wenn die Winter so bleiben, müssen wir uns neu ausrichten. Das gilt ja für ganz Winterberg. Wir setzen schon jetzt mehr auf Wandern und den Bikepark, um die Besuchszahlen in der Sommersaison wieder aufzuholen”, verrät Lang.
Insgesamt bewegten sich die Übernachtungszahlen weiter auf hohem Niveau, schreibt der DJH-Verband Westfalen-Lippe. Er nennt zeitlich bindende Lernstandserhebungen und Vergleichsarbeiten in Schulen als wichtigsten Grund für den Gäste-Rückgang. 36 Jugendherbergen gehören zum Verband - u.a. auch Meschede, Rüthen und Schmallenberg. Letztere konnte ihre Übernachtungszahl 2007 sogar steigern.
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