„Es gab ein klares Angriffsziel“

Brilon..  Unterschiedliche Angaben gibt es darüber, zu welcher Uhrzeit die Bomben auf Brilon fielen. Während einige Zeitzeugen von 13.15 Uhr sprechen, geht Helmut Mengeringhausen nach ausgiebigen Recherchen davon aus, dass die Flieger um 13.45 Uhr ihre Bomben abwarfen. Diese Uhrzeit wird, so Mengeringhausen, auch in den offiziellen Dokumenten als Todeszeitpunkt der Opfer angegeben. Der Angriff dauerte nur ein bis zwei Minuten.

Diskutiert wird auch immer wieder, warum die amerikanischen Flieger noch mal zurück kamen. Dazu stellt Helmut Mengeringhausen fest, dass der Angriff keine Reaktion auf Exerzier-Übungen auf dem Engelbertschulhof gewesen sei, sondern, dass es ein klares Angriffsziel, nämlich das WE-Lager, gegeben habe. Jede Bomberstaffel hatte einen klaren Einsatzbefehl, in dem ein Hauptziel und ein nahe gelegenes Ausweichziel vorgegeben waren (falls die Witterung nicht passte oder es Gegenwehr gab).

„Nebelbomben“ verwendet

Nicht richtig sei zudem, so Mengeringhausen, dass vor dem Angriff sogenannte „Christbäume“ abgeworfen wurden. So wurden die Markierungsbomben der britischen Bomber bezeichnet, die bei nächtlichen Angriffen eingesetzt wurden. Der Angriff in Brilon sei aber tagsüber durch die Amerikaner erfolgt, die als Markierungsbomben „Nebelbomben“ verwendeten, bei denen ein weißer Nebelschweif zu sehen war.