Erster Abschnitt der Schlosssanierung beendet

Marsberg/Rhoden..  Das Schloss Rhoden hat Geschichte und könnte eine Menge erzählen. Es thront hoch über Rhoden, dem Verwaltungssitz der Gemeinde Diemelstadt, direkt an der hessisch/nordrheinwestfälischen Landesgrenze. Fürst Georg Friedrich ließ zwischen 1645 und 1655 das Rhodener Schloss auf den Resten einer mittelalterlichen Burganlage aus dem Jahr 1225 errichten. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde es 60 Jahre als Alten- und Pflegeeinrichtung genutzt. Jetzt startet es mit einem neuen Nutzungskonzept als moderner Büro- und Verwaltungssitz in eine vielversprechende Zukunft.

Seit zwei Jahren laufen die Umbauarbeiten. Insgesamt hat die Waldeckische Domanialverwaltung 8,7 Millionen Euro investiert. Der Bund hat 150 000 Euro zugesteuert und das Land Hessen 100 000 Euro.

Der 1. Bauabschnitt ist abgeschlossen. Eingezogen in den Mittelbau und Westflügel ist die Verbands-Energie-Werk Gesellschaft für Erneuerbare Energien mbH (VEW). Das Schwesterunternehmen der Energie Waldeck-Frankenberg GmbH soll vor allem das Windkraftgeschäft organisieren.

Neue Bausubstanz klar abgegrenzt

Im Rahmen einer Einweihungsfeier mit Schlüsselübergabe präsentierte Rolf Kaufmann, Direktor der Waldeckischen Domanialverwaltung, die neuen, mit modernsten Standards ausgestatteten Büro- und Vortragsräume. „Der Charme der Schlosssanierung liegt im Rückbau auf die ursprüngliche Struktur“, ist der Direktor der Waldeckischen Domanialverwaltung stolz auf die gelungenen Umbauarbeiten. Mit dem Einzug in die neuen Büroräume würde sich ein Traum erfüllen, so Stefan Schaller, Geschäftsführer der EWF. Er versicherte vor zahlreich erschienenen Kreistagsabgeordneten und Bürgermeistern: „Wir werden das Schloss mit Leben füllen.“ „Wir wollten das ursprüngliche Raumgefühl wieder herstellen“, so Architekt Puy. Vorhandene Bausubstanz wurde sorgfältig aufgearbeitet, neue klar abgegrenzt. So wurden neue Türen aus geformten Stahl und Glas mit Fugen in die historischen Wände gesetzt. Moderne Einbauten wie Toiletten, Heizung und Computerkabel wurden entweder pfiffig kaschiert oder aber so angelegt, dass deutlich wird, dass es sich um nachträgliche Einbauten handelt.

230 Quadratmeter freie Fläche

Mit dem fertiggestellten Innenausbau im 1. Bauabschnitt wurden rund 1200 Quadratmeter an die EWF übergeben. Der 2. Bauabschnitt läuft parallel. Die Fassade und das Dach sind bereits saniert. Auch der Parkplatz ist erstellt, die Arbeiten an Außenanlagen und Innenhof sind ebenfalls abgeschlossen. Die Zufahrt ist in Arbeit. Mit dem Innenausbau wird Anfang des zweiten Quartals 2016 begonnen. Damit werden weitere rund 700 Quadratmeter Nutzfläche für Bürozwecke zur Verfügung stehen in vier Nutzungssegmenten, drei in den drei Ebenen des Ostflügels und ein Nutzungsbereich im Südanbau auf zwei Ebenen.

Während für die zweite Obergeschossebene des Ostflügels bereits eine Mietvereinbarung vorliegt, stehen zur Anmietung in etwa einem Jahr noch die Segmente im 1. Obergeschoss mit rund 230 Quadratmetern, im Erdgeschoss mit rund 100 Quadratmetern und im Südanbau mit rund 150 Quadratmetern zur Verfügung. Die Gewölbekeller und die urige Schlossküche im Kellergeschoss wurden gar nicht verändert. Das Dachgeschoss soll ebenfalls nicht ausgebaut werden.