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Erste Anti-Windkraft Demo in Elpe

02.09.2015 | 07:00 Uhr
Erste Anti-Windkraft Demo in Elpe
Keine neuen Windräder in Olsberg: Reiner Völlmecke (68, links) und Werner Halbe (63) demonstrieren mit 150 wütenden Bürgern in Elpe.Foto: Veronika Gregull

Elpe. „  150 Bürger protestierten in Elpe lautstark gegen neue Windräder. HochsauerlandEnergie plant bis zu sieben Anlagen.

Stoppt diesen Irrsinn“ – das prangt in Großbuchstaben auf zahlreichen Plakaten der Windkraftgegner. Eines davon hängt, schon von weitem sichtbar, an einem eigens aufgestellten Kran. 150 Demonstranten aus Elpe und den Nachbarorten haben sich am Montagabend vor dem Dorfgemeinschaftshaus versammelt. Sie wollen gehört und gesehen werden. In dieser Größenordnung war es die erste öffentliche Anti-Windenergie-Kundgebung im Raum Olsberg. HochsauerlandEnergie (HE) informierte Lokalpolitiker über die Planung von Windkraftanlagen im Bereich Mannstein. Den eintreffenden Gästen zeigten die zahlreichen wütenden Bürger ihre roten Karten.

Sieben Anlagen geplant

„Gerade wir in Elpe werden durch die existierenden und zukünftigen Räder umzingelt“, empört sich Didi Burmann von der Bürgerinitiative „Windflut“. Bei den drei in Antfeld bereits aufgestellten Werken soll es nicht bleiben. Die HE prüft zurzeit, ob und in welcher Form sie im Bereich Mannstein nördlich von Elpe und Brunskappel im Olsberger Stadtgebiet einen Windpark mit bis zu sieben Anlagen realisieren kann.

Dass es soweit nicht kommt, hofft Reiner Völlmecke (63) aus Bödefeld vom Naturschutzverein Schmallenberg. „Durch die Windräder wird die Natur zu stark beeinträchtigt.“ Gemeinsam mit ihm demonstriert auch Werner Halbe (63): „Das Schlimmste ist, dass man die Energie ja gar nicht speichern kann. Außerdem findet so eine Deindustrialisierung statt.“

Verständnis für die Wut der Bürger

Die öffentlich dargestellte Wut der Bürger respektiert Wolfgang Fischer, Bürgermeister der Stadt Olsberg: „Ich gebe ihnen völlig Recht, sich hier zu artikulieren. Aber wir sollten sachlich über die Fakten sprechen. Wir als Stadt können das nicht verhindern, wir sind da außen vor.“ Auch seitens der HE habe man Verständnis für die Sorgen der Bürgerinitiative und sei zu Gesprächen bereit, so Geschäftsführer Siegfried Müller. Gleichzeitig sei es aber mit Blick auf die aktuelle Rechtslage bei der Energiewende nicht möglich, eine Windkraft-Nutzung insgesamt zu verhindern. Die Bezirksregierung Arnsberg und die Stadt Olsberg haben die Fläche am Mannstein untersucht. Demnach könne sie als für die Windkraft geeignet eingestuft worden. Es gebe rechtlich kaum eine Chance, diesen Bereich auszuklammern. Dies habe jedoch nichts mit der Rolle der HE zu tun, stellt Geschäftsführer Siegfried Müller klar: „Wenn wir uns hier nicht engagieren würden, würde es ein anderer Projektierer tun.“

Dass die Bürgerinitiative dennoch zu keinem Kompromiss bereit ist, unterstreicht Didi Burmann: „Es war zwar ein fairer Dialog, aber wir bleiben ganz klar bei einer Null-Lösung. Deshalb kämpfen wir weiter. Es ist toll, wie viele Menschen zu der Demo gekommen sind. Jetzt müssen die Bürger noch mehr Druck ausüben, denn so können wir etwas erreichen.“

Veronika Gregull

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Erste Anti-Windkraft Demo in Elpe
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2015-09-02 07:00
Windkraft,Energiewende,Windrad,Elpe
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