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Erfrischend: Ein GMD unter jungen Leuten

27.03.2011 | 14:27 Uhr
Erfrischend: Ein  GMD unter jungen Leuten
Georg Scheuerlein ( r.) und Mitglieder des Jugendsonfonieorchesters danken GMD Florian Ludwig für die gute Zusammenarbeit - Foto: Heinz Lettermann

Brilon. (le) „Das Jugendsymphonieorchester des Hochsauerlandkreises ist ungeheuer wichtig für die ganze Region. Hier können Talente frühzeitig erkannt und gefördert werden.“ Dieses Fazit zog Generalmusikdirektor Florian Ludwig, als er zusammen mit den jungen Musikern den ersten Satz aus Beethovens 1. Symphonie in der voll besetzten Aula des Gymnasiums Petrinum am Freitagabend zur Aufführung brachte.

Georg Scheuerlein und Mitglieder des Orchesters dankten dem Hagener Dirigenten für die Patenschaft mit dem Philharmonischen Orchester Hagen, die jetzt offensichtlich reife Früchte trägt.

Florian Ludwig: Dirigent und Ansprechpartner

Florian Ludwig ist nicht nur ein Vollblutmusiker im Dirigat, er ist auch ein einfühlsamer Ansprechpartner für die jugendlichen Symphoniker. Mit heiterer Leichtigkeit und fordernder Präzisionslust, aber auch mit großem Ernst führt er den Klangkörper zu erstaunlichen Leistungen.

Die ersten Takte der C-Dur Symphonie von Beethoven beim Symphoniekonzert des Briloner Besucherrings (dankenswerter Weise unterstützt von der Accu Hoppecke) wirkten noch etwas zaghaft. Zug um Zug aber fanden die Streicher und Bläser zu immer mehr Selbstsicherheit. Hier zeigte sich, welch’ Aufbauarbeit der Hagener Chefdirigent geleistet hatte. Dieser erste Satz Adagio molto, Allegro con brio , eine echte Herausforderung, meisterten die jungen Instrumentalisten großartig. Sie wirkten erleichtert und dankbar, als sie mit verdientem Beifall bedacht wurden.

Für das Cellokonzert Nr. 1 C-Dur von Joseph Haydn bildeten die Hagener Symphoniker in der Aula eine Kammerbesetzung aus einem guten Dutzend Streichern und wenigen Bläsern.

Für dieses Werk, das bis 1961 als verschollen galt und dann im Rahmen des Prager Frühlings wieder uraufgeführt wurde, entpuppte sich als ein wahrhaft musikalischer Schatz. Es gehört heute zum Feinsten, was die Sololiteratur für dieses Instrument zu bieten hat. Haydn schrieb es wohl 1761 ,als er Vizekapellmeister am Hofe von Esterházy war. Es bleibt eins der anspruchsvollsten Cellokonzerte überhaupt.

Für dieses Werk brachten die Hagener als Solistin die blutjunge Simone Drescher auf die Bühne der Waldstadt. Das spätbarocke Konzert beginnt mit höfisch-festlichen Figuren, die schon einen reizvollen Charme versprühen. Die Cellistin griff beherzt in die Saiten ihres Instrumentes. Ihre Souveränität steigerte sich nach dem innigen Adagio zu einer unglaublichen Virtuosität und Fingerfertigkeit im furiosen dritten Satz Allegro molto. Simone Drescher spielte sich beseelt und leidenschaftlich zugleich in die Herzen des begeisterten Publikums. Der Beifall war entsprechend stürmisch.

Beethovens c-moll
Symphonie zum Schluss

Den Schlusspunkt dieses Konzertes setzen die Hagener Philharmoniker mit Ludwig van Beethovens berühmter Schicksalssymphonie in c-moll. Florian Ludwig legte von Anfang an Tempo vor. Er schien noch gar nicht auf dem Dirigentenpodest angekommen, da pochten die Instrumentalisten schon die so interpretierten Schicksalsschläge des Komponisten in das Auditorium. Beethoven befand sich ,wie man herausgefunden hat, augenscheinlich in einer schweren Lebensphase und erahnte sein Schicksal, langsam taub zu werden.

Generalmusikdirektor Florian Ludwig bewies mit seinem Dirigat, ,welch’ großartigen Klangkörper er in Hagen geformt hat.

Die Hagener spielten mitreißend und wurden mit stehenden Ovationen gefeiert. Im nächsten Jahr möchten sie wiederkommen mit Beethovens 3. Sinfonie. Das ist ein Wort, Herr Ludwig.

Heinz Lettermann

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