Energie und Kraft, die unter die Haut gehen

Die Bronze-Skulptur der "Stier" von Boris Sprenger aus Madfeld markiert als Dauerleihgabe als erste Skulptur den künftigen Skulpturenpark im Kloster Bredelar. Von links: Anne Degenhardt, Boris Sprenger, Dirk van den Broek, Dr. Jeroen Damen
Die Bronze-Skulptur der "Stier" von Boris Sprenger aus Madfeld markiert als Dauerleihgabe als erste Skulptur den künftigen Skulpturenpark im Kloster Bredelar. Von links: Anne Degenhardt, Boris Sprenger, Dirk van den Broek, Dr. Jeroen Damen
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Bronze-Skulptur der „Stier“ des Madfelder Künstlers Boris Sprenger ist das erste Kunstwerk im künftigen Skulpturenpark im Kloster Bredelar.

Bredelar..  Energie schlägt wie ein Blitz in die Erde. Der untere Teil des Kunstwerks zeigt den starken und furchtlosen Kopf eines Stieres. Er stemmt seinen Huf mit so viel Kraft in den Boden, dass die Erde aufreißt. Dabei ist die Bewegung aufwärts gerichtet: unerschrocken richtet der Stier sich auf. Mit einem kräftigen Hufabdruck stößt er sich von der Erde ab. Er schleudert seine Energie himmelwärts und erwacht hierdurch als Stier zum Leben.

Kooperationsprojekt

So beschreibt Kurator Dr. Jeroen Damen die 3,17 Meter lange Bronzeskulptur, der „Stier“, geschaffen von Boris Sprenger, Bildhauer aus Madfeld. Sein „Stier“ markiert als erste Skulptur den zukünftigen Skulpturenpark im Kloster Bredelar, einem deutsch-niederländischen Kooperationsprojekt auf Initiative der niederländischen Stiftung Van den Broek-Nolte. Als Dauerleihgabe wurde sie am Sonntag im festlichen Rahmen dem Kloster übergeben.

„Nicht nur die erkennbare Form zählt. Jede Skulptur hat eine eigene Haut, die die Handschrift des Bildhauers trägt“, verwies der Kurator auf das Motto der Ausstellung „Skulptur Bredelar“ vor einem Jahr.

Bei dem der Haut der Skulptur eine gewichtige Rolle zukam. Boris Sprenger interpretiere mit seiner Skulptur eine eindringliche Sichtweise zum Thema „Energie“. Dr. Damen: „Die Haut spiegelt Kraft und Feuer“. Vor einem Jahr stand die Auftaktausstellung im Kloster unter dem Motto „Unter dem Schutz der Haut. Die Zukunft hat bereits begonnen“.

Kontrapunkt zur weiblichen Thematik

Genau, wie die des Klosters. Damals wie heute. Denn es beherbergte ursprünglich Nonnen, bevor nach 24 Jahren im Jahr 1196 Mönche einzogen. Dr. Damen: „Das Thema Haut ist typisch weiblich und auf eine besondere Weise mit Schwangerschaft verbunden, die auf die Zukunft weist, auch wenn diese noch verhüllt ist.“

Boris Sprenger zeigte als Kontrapunkt zur überwiegend weiblichen Thematik der Ausstellung ein kräftiges und männliches Element: einen stampfenden Stier. Dr. Damen: „Denn Frauen können, so abgeschieden sie auch sein mögen, nicht ohne männliche Energie. Dabei vergaß Boris Sprenger die Haut nicht.“ Überlieferungen besagen, dass die Nonnen wegen ihres unsittlichen Lebens fortziehen mussten.

Der zukünftige Skulpturenpark soll mit vielen Ideen, Kreativität und Aktivitäten rund ums Kloster ein kulturelles Band zwischen Wohnkultur und geistlichem Klima für Besucher und Bewohner bilden, so Dr. Jeroen Damen.

Brücken nach Amsterdam

„Wir vom Förderverein Kloster Bredelar freuen uns, dass uns die Stiftung Van den Broek-Nolte die Skulptur von einem Künstler aus der Heimat als Dauerleihgabe übergibt“, dankte die neue Vorsitzende Anne Degenhardt dafür.

Die Brücke von Amsterdam ins Sauerland schlugen private Beziehungen. Dirk van den Broek: „Wegen der Liebe fuhr ich vor 45 Jahren zum ersten Mal am Kloster Bredelar vorbei.“ Auf der Suche nach dem Hotel und Restaurant Haus Nolte. Eine der „drei schönen Nolte-Mädels“ hatte er auf der Hotelfachschule am Tegernsee kennengelernt und später geheiratet.

Über die freundschaftlichen Beziehungen des Rotary-Clubs Brilon-Marsberg mit dem holländischen Schwesternclub kam vor acht Jahren die Verbindung zum Kloster Bredelar zustande.

Van den Broek: „Dr. Franz-Josef Bohle realisierte mit vielen Ehrenamtlichen und großem Engagement die Idee.“ Mit der Künstlerfamilie Sprenger aus Madfeld ist die Familie Van den Broek ebenfalls seit Jahrzehnten befreundet.