Endspurt in Richtung Ausbildung

Warten auf einen Ausbildungsplatz: Bei der Börse gab es eine Übersicht über freie Stellen und ein Gespräch mit dem Berufsberater.
Warten auf einen Ausbildungsplatz: Bei der Börse gab es eine Übersicht über freie Stellen und ein Gespräch mit dem Berufsberater.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Sommer naht und einige Schüler haben immer noch keinen Ausbildungsplatz: Abhilfe soll die Azubi-Börse des Briloner Jugendparlaments schaffen.

Brilon..  Der Sommer rückt näher - so mancher Schüler denkt aber nicht an Strandurlaub oder Grillpartys, sondern an große Fragezeichen. Wie geht das Leben nach der Schule weiter? Was soll ich werden? Wo kann ich eine Ausbildung anfangen?

Für alle jungen Leute, die noch dringend eine Ausbildungsstelle suchen, organisiert das Briloner Jugendparlament jedes Jahr eine Azubi-Börse. Der Endspurt Richtung Ausbildung hat gestern im Briloner Rathaus begonnen.

Stellen in der Übersicht

Zuerst müssen die Teilnehmer ein Formular mit den wichtigsten Daten ausfüllen, dann können sie schön der Reihe nach ins Zimmer zu Berufsberater Theo Gruß. Die Wartezeit kann mit einer Übersicht über die aktuell noch freien Ausbildungsstellen im Umkreis überbrückt werden. Es gibt Kaffee und Kuchen, doch danach steht keinem der Anwesenden der Sinn. Denn allmählich drängt die Zeit, das aktuelle Schuljahr ist schnell vorbei - und dann?

„Ich will nicht ein Jahr zu Hause rumsitzen“, sagt Marcel Pessara. Sein Vater, der ihn ins Rathaus begleitet, nickt zustimmend. Der 17-jährige Briloner interessiert sich für Informatik, aber ihm ist bereits klar geworden, dass ihm der schulische Teil der Ausbildung „zu stressig“ ist. Deshalb ist er nun auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

Einen Praktikumsplatz mit der eventuellen Aussicht auf eine Ausbildungsstelle in einem Glaserbetrieb hat Marcel Pessara bereits, trotzdem will er bei der Azubi-Börse im Gespräch mit dem Berufsberater weitere Optionen ausloten und sich freie Stellen genauer anschauen.

Große Konkurrenz

„Ich habe leider noch keine Ausbildungsstelle. Die Konkurrenz ist groß“, sagt Mona Jurkewitz aus Siedlinghausen. Die 18-Jährige hat nach dem Abi noch ein Jahr am Briloner Berufskolleg drangehangen und möchte gern im kaufmännischen Bereich anfangen. Sie hat schon drei Vorstellungsgespräche hinter sich. „Viele, die ein Fachabitur haben, können Praktika nachweisen. Dafür hatte ich während der Schule keine Zeit.“ So sei es nicht leicht, einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

„Ich bin schon angespannt, aber es gibt ja auch noch andere Möglichkeiten.“ Zum Beispiel ein Studium oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Eine Ausbildung wäre Mona Jurkewitz aber deutlich lieber, deshalb setzt sie auf die Börse.

Kaufmann statt Polizist?

Vor ihn war Ralf Tilgner an der Reihe. Er ist einer der ersten, den Berufsberater Theo Gruß in Zimmer 22 empfängt. Eigentlich will der 18-Jährige gerne zur Polizei, doch nach dem Gespräch mit dem Fachmann sieht alles anders aus.

„Es war richtig informativ und hat mir wirklich weitergeholfen“, sagt der Gymnasiast aus Brilon. Kaufmännische Berufe hat ihm der Berufsberater ans Herz gelegt - jetzt muss sich der Schüler genauer informieren. Mit dem Berufsberater bleibt er in Kontakt - schließlich soll er nach dem Sommer als Azubi durchstarten.