Das aktuelle Wetter Brilon 10°C
Rat Marsberg

Eklat: SPD und Grüne gehen

15.04.2011 | 18:55 Uhr
Eklat: SPD und Grüne gehen
Das Rathaus in Marsberg.

Marsberg. (ad) Die Stadt Marsberg wird umgehend die Stelle des Allgemeinen Vertreters des Bürgermeisters öffentlich ausschreiben.

Und der städtische Haushalt 2011 ist unter Dach und Fach. Die Bürgerliche Koalition aus CDU und Marsberger Bürgergemeinschaft (MBG) hat das in der Sitzung des Stadtrates am Donnerstagabend ganz allein und einstimmig entscheiden müssen.

Denn: SPD und Grüne hatten aus Protest den Saal verlassen. Schon gleich zu Beginn der Ratssitzung hatte SPD-Fraktionssprecher Peter Prümper eine zehnminütige Sitzungsunterbrechung beantragt, weil er für seine Fraktion Beratungsbedarf sah. Und zwar über den Bericht der Finanzkommission der Stadt Marsberg. Diesem Gremium gehören neben der Verwaltung auch Vertreter des Kreises und der Bezirksregierung an. Es ist wenig schmeichelhaft, was die Kommunalaufsicht der Stadt ins Stammbuch schreibt. So ist von nicht ausreichenden Konsolidierungsanstrengungen die Rede und von überproportional hohen Personalkosten.

Kurzfristig, so Prümper, sei der Bericht der SPD bekannt geworden, der „nachhaltige Auswirkungen hat, auf das, was heute entschieden werden soll“, so Prümper. Insbesondere, was Personalaufwendungen in der Stadtverwaltung betreffe. Dass der Bericht nicht vor der Ratssitzung den Fraktionen zugegangen sei, dazu falle ihm nichts mehr ein. Prümper: „Es ist Makulatur, was wir hier heute besprechen sollen.“

Die SPD beantragte, die dauerhafte Regelung der Allgemeinen Vertretung des Bürgermeisters und die Verabschiedung des Haushaltes ganz von der Tagesordnung zu nehmen, um erst einmal den Bericht der Finanzkommission und neue Haushaltsminderungsmaßnahmen zu beraten und dann in zwei Wochen in einer Sondersitzung die Beschlüsse nachzuholen.

Wie Kämmerin Eva Kleffner sagte, liege der Bericht der Finanzkommission der Stadtverwaltung erst seit Donnerstag, 7. April, vor. Sie habe einige Tage Urlaub gehabt und hätte gegen Ende der Ratssitzung die Stadtvertreter darüber informieren wollen.

Detlef Schlüter, vorübergehender Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, nannte den Bericht ein „umfangreiches Paket mit Zündstoff“, das nicht in aller Kürze beraten werden sollte. Es gebe aber Signale der Kommunalaufsicht, dass der Haushaltsplan so wie er aufgestellt sei, auch genehmigt werden würde. Seine Empfehlung: „Wir sollten ihn heute beschließen und dann in Ruhe die Ergebnisse der Finanzkommission beraten.“ Die SPD habe den Bericht illegal bekommen, polterte CDU-Fraktionssprecher Banneyer los. „Wir sollten der Verwaltung vertrauen“, sagte Ratsherr Wilhelm Hennigfeld, „und die Beschlüsse so durchführen“.

Schlimmer gehe es nicht mehr, befand Franz-Josef Weiffen, Vorsitzender der MBG: „Die Kämmerin hat unser volles Vertrauen.“ Wenn es kurzfristig Beratungsbedarf ob des Finanzberichtes gegeben hätte, wäre das sicherlich berücksichtigt worden. Der Antrag der SPD war mit 18 zu 16 Stimmen abgeschmettert worden.

In der Konsequenz verließen SPD und Grüne die Aula, als es um die Beschlussfassung der Regelung der Allgemeinen Vertretung des Bürgermeisters und um die Verabschiedung des Haushaltes ging.

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/4549799/create

Aktuelle Fotos und Videos
Autosalon Brilon
Bildgalerie
Autosalon
Krimi-Einkauf
Bildgalerie
Criminale 2012
Brilon blüht auf
Bildgalerie
Fest
Mediforum in Brilon
Bildgalerie
Gesundheit
Aus dem Ressort
Gemeinsam sind sie noch erfolgreicher
Brilon Kultour
Gemeinsam sind sie noch erfolgreicher als in ihren Spezialbereichen. Die Rede ist von allen Kulturfreunden in der Stadt Brilon, die ihr unglaublich weit gefächertes und qualitativ hoch angesiedeltes Programm jedes Jahr im Brilon Kultour-Heft bündeln. Gestern war es wieder soweit. BWT-Geschäftsführer
„BRI“-kannt wie ein bunter Hund
Kommunalpolitik
Im Hochsauerlandkreis ist sein Lkw - Kennzeichen „BRI DP 68“ - bekannt wie ein bunter Hund: Bernhard Mühlenbein aus Rösenbeck fährt mit seinem blau-roten Hanomag Henschel F 223 von Baustelle zu Baustelle. Er sei der letzte Lkw im Einsatz mit einem Briloner Kennzeichen, weiß Mühlenbein. Das kann sich