Einmal um den Globus gelaufen
07.02.2012 | 17:26 Uhr 2012-02-07T17:26:00+0100
Madfeld.Der Kindergarten „Zwergenland“ hat sein ehrgeiziges Ziel schon vor Ablauf eines Jahres geschafft: Von Mai 2011 bis Anfang Februar 2012 haben er sowie viele andere Madfelder und Gäste so viele Kilometer mit dem Pkw eingespart, dass es für „Einmal um die Welt“ gereicht hat.
Die Jungen und Mädchen haben mit Stäbchen gegessen wie die Chinesen. Das heimische Schwimmbad war ihr großer Ozean. Dort sind sie geschwommen und getaucht. Sie haben fremde Tiere kennengelernt, andere Kulturen, weltberühmte Bauwerke. Und: Sie haben selbst viele, viele Meter zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt und andere Madfelder dazu motiviert, sich ihnen anzuschließen. „Einmal um die Welt“ hieß das ehrgeizige Ziel, das die WP mit angeregt und unterstützt hat. Die 40 000 Kilometer rund um den Äquator sind geschafft.
Zur Erinnerung: Anfang Mai wurden die ersten Kilometer-Zettel in örtlichen Geschäften, Tankstelle oder Sparkasse ausgelegt. Dann wurde gesammelt. Erzieherin Loretta Schlüter: „Die Kinder wurden richtig energisch, wenn ihre Eltern dann doch mal zum Auto greifen wollten, um die Kleinen ins Zwergenland zu bringen.“ Und ihre Begeisterung steckte an. Der Weg zum Kaffeetrinken ins Nachbardorf – mit dem Auto gestrichen. Stattdessen machten sich die Senioren zu Fuß auf den Weg. Mal eben mit dem Wagen zum Bäcker – gestrichen. Schließlich steht doch ein Fahrrad im Schuppen. Beim Schützenfest mal eben die Kinder „auf die“ Halle fahren – gestrichen. Fast alle Strecken funktionieren auch zu Fuß. Und gerade beim Schützenfest tut ein bisschen Bewegung auch mal ganz gut.
„Nachdem die Kinder morgens früh einmal durch die frische Luft gelaufen waren, waren sie ganz anders drauf“, haben Loretta Schlüter und ihre Kolleginnen erfahren. Etwa Zweidrittel der 40 000 Kilometer haben die Jungen und Mädchen des Kindergartens mit ihren Eltern „eingespart“. Aber auch die anderen Madfelder und sogar Auswärtige und Gäste schlossen sich dieser schönen Idee an. Allein im ungemütlichen Monat November belegte der Kindergarten anhand von Listen 2622 Kilometer und von Madfeldern und Gästen kamen 1839 Kilometer hinzu.
„Wir haben inzwischen sogar 40 276 Kilometer erreicht und immer noch kommen weitere Meldungen dazu. Jetzt müssen wir uns erstmal eine andere schöne Idee fürs kommende Jahr einfallen lassen.“
Bernhard Hohmann von der Sparkasse Hochsauerland zieht den Hut vor den fleißigen Kilometersammlern. Einen Cent pro eingespartem Kilometer hatte die Sparkasse dem Kindergarten als Ansporn und Belohnung in Aussicht gestellt, also 400 Euro. „Aber wenn wir hören, dass immer noch weitere Kilometer eingehen, dann soll es an uns nicht scheitern. Jeden weiteren Kilometer, der noch bis Ende März dazu kommt, honorieren wir mit einem Cent.“
Mitte Mai will das „Zwergenland“ ein großes „Wir-haben-es-geschafft-Fest“ feiern. Dann soll es eine Dorfrallye mit Länder-Stationen geben. Und dann wird die Sparkasse auch den Scheck überreichen. Verdient ist verdient.
7,6 Tonnen Kohlendioxid haben die Madfelder rein rechnerisch durch ihre Aktion „Einmal um die Welt“ eingespart. Das entspricht etwa den Emissionen eines durchschnittlich gedämmten Einfamilienhauses in einem Jahr. „Ein Auto mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 8 Litern auf 100 Kilometern hätte für die Strecke 3200 Liter Sprit gebraucht“, erklärt Dr. Johannes Spruth, Energieberater bei der Verbraucherzentrale in Neheim. Damit diese Menge von Bäumen aufgenommen würde, müsste man fast einen Hektar neuen Wald anpflanzen.
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