Eingriff in die Landschaft

Ferienanlage Gudenhagen-Petersborn..  Eine interessante (...) Planung, über die nachgedacht und die nicht sofort zerredet werden sollte. Gegen den von der Stadtverwaltung Brilon vorgegebenen Standort ergeben sich jedoch erhebliche Bedenken. Stellen sie doch einen tiefgreifenden Eingriff in das Landschaftsgefüge dar, wobei einerseits viele im Gelände vorhandene Brunnen und unterirdisch gelegene Gewässerlinien und anderseits die Zufahrt durch das Wohngebiet betroffen werden.


Laut Architekt Lohmann kann ein derartiges Objekt überall vorgesehen sein. Da aber das Gelände von der Stadt Brilon vorgeschlagen worden sei, sollte dies auch hier praktiziert werden. Ihm selbst käme dies entgegen, so dass er als Briloner auch etwas für Brilon tun kann. Anerkennenswert, jedoch werden sich schwierige Ausführungsbedingungen ergeben, die höchst wahrscheinlich zum Scheitern des Vorhabens führen werden. (...)


Diese Punkte müssen jedoch von den kommunalen und überregionalen und zuständigen Behörden erst einmal genehmigt werden. Ein sicherlich langer Weg. Wie lange sind die Investoren bereit, die Planung mit wie viel Geld zu tragen? Nach den Worten von Architekt Lohmann kann auch das Objekt in unterschiedlichen Abschnitten und zu unterschiedlichen Zeiten realisiert werden. Wird hier schon jetzt die Tür auf Bauverzögerungen, ewig lange Baumaßnahmen und zu eventuellen Bauruinen aufgestoßen?


Dass dem Gesamtobjekt zugrunde liegende Wunschdenken an ein höherwertiges Segment zum Anlocken von überwiegend zahlungskräftigen Nutzern schränkt von Anfang an den Personenkreis ein. Eine Denkweise, die sicherlich der Weiterentwicklung des Tourismusangebots der Stadt entgegen stehen wird. Dem geplanten Gesamtobjekt soll der Name ,,Petershagen’’ gegeben werden. Petershagen ist eine Stadt nördlich von Minden gelegen, die nichts mit dem Objekt zu tun hat. Schämt man sich eventuell des Namens Petersborn, namensgebend für einen von der Stadt 1953/54 neu geschaffene Ortsteil zu Ansiedlung und Schaffung einer neuen Heimat nach dem 2. Weltkrieg für Vertriebene aus dem damaligen Ostgebieten?


Die Stadt Brilon sollte hierauf stolz sein und der Namensgebung ,,Petershagen’’ widersprechen. Der Briloner Süden wird von Gudenhagen, Petersborn und Pulvermühle getragen. (...) Petersborn wäre also für die Namensgebung prädestiniert.


Zunächst bleibt abzuwarten, ob es überhaupt zum ersten Spatenstich kommen wird oder ob diese Planung, wie der vom gleichen Architekten iniziierte sogenannte Vierseitshof am Eingang von Petersborn für ähnliche Nutzkreise, sang- und klanglos wegen behördlicher Ablehnung ebenso stirbt.


Ingo Becker, Brilon