Eine Schulstunde beim Bürgermeister

Grundschüler besuchen Bürgermeister Michael Kronauge in Hallenberg.
Grundschüler besuchen Bürgermeister Michael Kronauge in Hallenberg.
Foto: Rita Maurer
Was wir bereits wissen
„Möchtest Du, Samuel, die hier anwesende Greta zu Deiner Frau nehmen?“ „Nein!“ „Möchtest Du, Greta, den hier anwesenden Samuel zu Deinem Mann nehmen“! „Nein!!!“ „Macht nichts. Hiermit erkläre ich Euch zu Mann und Frau, Ihr dürft Euch jetzt küssen.“ „Neeeiiiiiinnnn!!!!“ Ein Besuch beim Hallenberger Bürgermeister birgt so manche Überraschung.

Hallenberg.  .„Möchtest Du, Samuel, die hier anwesende Greta zu Deiner Frau nehmen?“ „Nein!“ „Möchtest Du, Greta, den hier anwesenden Samuel zu Deinem Mann nehmen“! „Nein!!!“ „Macht nichts. Hiermit erkläre ich Euch zu Mann und Frau, Ihr dürft Euch jetzt küssen.“ „Neeeiiiiiinnnn!!!!“

Dass Bürgermeister Michael Kronauge manchmal gegen den Willen von einzelnen Bürgern, in diesem Fall Greta aus Hesborn und Samuel aus Liesen, und zugunsten der begeisterten Mehrheit, also der restlichen Klasse 3b der Grundschule Hallenberg entscheiden muss, erlebten die Grundschüler bei ihrem Besuch Anfang der Woche im Hallenberger Rathaus und im Kump. Natürlich würde er nicht zwei Menschen gegen ihren Willen verheiraten, erzählte Kronauge den interessierten Schülern, aber insgesamt 80 Paare hätten sich bei ihm schon deutlich heiratswilliger gezeigt als Greta und Samuel.

Die Geschichte der Stadt Hallenberg stand bei den Drittklässlern kürzlich auf dem Stundenplan in Sachkunde. Und weil sie dabei gut aufgepasst hatten, erkannten sie verschiedene Gebäude und Luftaufnahmen, die Michael Kronauge ihnen zeigte, oder wussten, dass der bis heute erhaltene Stadtmauerrest früher die Rückwand eines Backhäuschens gewesen und so dem Abriss entgangen war und dass die Unterkirche an das ehemalige Dorf Merklinghausen erinnert. Außerdem hatten sich die Schüler eine Menge Fragen an den Bürgermeister überlegt: Ob er ein Dienstauto habe – nein. Ob ein Bürgermeister wie ein König sei, der alles alleine erlauben oder verbieten kann – nein, da überlegt immer der Stadtrat mit, z.B. wer Schnee schiebt, welche Straßen gebaut werden, ob ein neues Feuerwehrauto gekauft wird oder wieviel Steuern zu zahlen sind. Insgesamt ist der Hallenberger Bürgermeister Chef von 20 Mitarbeitern im Rathaus, berichtete Kronauge, und rund 30 Mitarbeitern im Bauhof, im Forst, beim Abwasserwerk und auch von der Schule. Allerdings leider nicht von den Lehrern, sonst würde er natürlich anordnen, dass alle Schüler nur nochdie Hälfte Hausaufgaben aufbekämen.

Was kann der Bürgermeister tun

Macht die Arbeit Spaß? Ja, fast immer, auch wenn es natürlich genau wie in der Schule manchmal nicht so gute Tage gebe: „Ich bin gerne Bürgermeister von Hallenberg!“

Was wünschen sich die Schüler vom Bürgermeister für die Grundschule? Mehr Wippen, einen größeren Fußballplatz, einen Schulgarten, den man in den Sommerferien nie gießen muss, und dass auf dem Klo keine Klopapierrollen mehr herumfliegen. Außerdem unbedingt so einen tollen Aufzug wie im Rathaus. Wenn man sich richtig quetscht, passen da 11 Kinder rein, und bis sich alle auf die richtigen Knöpfe geeinigt haben, dauert es nur rund fünf Minuten, bis der Aufzug unten ankommt. Da könnte man doch auch in Mathe schön ausrechnen, wieviel Zeit nötig ist, bis alle 170 Kinder der gesamten Grundschule damit gefahren sind oder ob man zu Fuß nicht doch schneller ist.

Was können die Schüler tun

Aber die Schüler wollten nicht nur wissen, was der Bürgermeister alles für die Stadt und die Schule macht, sondern ob sie auch selber etwas tun können. Ja, zum Beispiel bei der Aktion „Saubere Landschaft“ helfen oder in den vielen Vereinen vor Ort mitmachen.

Zum Abschluss dieser mal ganz anderen Schulstunde lud Michael Kronauge die Kinder ein, zu ihm ins Rathaus zu kommen, wenn sie Fragen, Probleme oder auch gute Ideen hätten. Eine ganz dringende Frage brannte Samuel auf dem Herzen: „Wann kann ich mich bei Dir wieder scheiden lassen?“