„Eine gute Wintersaison gibt Kraft wie ein gutes Frühstück“

Winterberg..  Ende März - der Schnee in Winterberg schmilzt erst jetzt weg, die Skilifte laufen seit mehr als drei Monaten. Und dazu kommen mit den beiden Wochen Bob- und Skeleton-WM sowie dem Snowboard-Weltcupfinale zwei hochkarätige Sportereignisse, deren Bilder von toller Stimmung unter den Zuschauern, verschneiter Landschaft und perfekter Organisation über die Medien in die Welt gingen. Was bleibt nach einer solchen Saison übrig für die gesamte Region?

Das war die Frage, die Radio-Sauerland-Moderator Patrick Feldmann am Donnerstag beim 6. Volksbank-Wirtschaftsforum, dieses Mal im Bobhaus Winterberg stellte. Volksbank-Vorstand Andreas Ermecke hatte einen plastischen Vergleich, was diese Wintersport-Saison für das gesamte touristische Jahr bedeutet: „Ein guter Winter ist wie ein gutes Frühstück, damit kommt man durch den ganzen Tag. Wir spüren als regionale Bank, dass die Unternehmer derzeit in positiver Stimmung für die Zukunft und damit bereit zu Investitionen sind.“ Das bestätigte auch Jürgen Bröker als selbstständiger Schreinermeister aus Winterberg. Er könne bereits jetzt eine Zunahme an Aufträgen in der Region feststellen, ein typisches Zeichen für eine positive Wintersaison. Auch sei an der Art der Aufträge im Verlauf der Jahre eine Veränderung der Gästestruktur weg vom „Kegelclub-Tourismus“ erkennbar.

Den Gedanken nahm Michael Beckmann als Tourismus-Chef auf: „Tourismusförderung bedeutet nicht nur, bunte Prospekte zu drucken, sondern echte Wirtschaftsförderung.“ In Winterberg leben 40 Prozent der Menschen direkt und 30 Prozent indirekt vom Tourismus, alleine 700 Mitarbeiter sind zusätzlich im Wintersport tätig. Diese Kaufkraft mache sich nun bemerkbar. „Für die Zukunft müssen wir überlegen, welche Art Gäste wir wollen, wie wir die Sommersaison weiter ausbauen und Betriebe mitnehmen, die derzeit noch nicht so gut aufgestellt sind.“

Wieder Snowboard-Weltcup in 2016

BSC-Chef und damit einer der WM-Hauptverantwortlichen, Jens Morgenstern, betonte, dass das Konzept, den Sport während der WM durch ein Paket an Rahmenveranstaltungen zu bereichern, im Vergleich zu anderen WM-Ausrichtern voll aufgegangen sei. Dadurch seien die Randsportarten Bob, Rodeln und Skeleton ins Rampenlicht gerückt, jetzt gelte es, den Stützpunkt Bobbahn zu stärken und Synergien zu nutzen.

Das Sauerland als Marke transportieren und und besonders jungen Menschen dessen Lebensqualität beweisen, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken - das ist das Anliegen von Ingo Männer von der Homebase Sauerland. Vor allem der Snowboard-Weltcup als „junger, verrückter Sport“ sei ein gutes Signal, das man beispielsweise durch ein „Sauerland-Festival“ noch mehr unterstreichen könne.

Die Gelegenheit könnte sich schon im nächsten Jahr bieten: Beckmann berichtete, dass die FIS aufgrund der positiven Erfahrungen in puncto Schneesicherheit und Gesamtorganisation wieder einen Weltcup in Winterberg ausrichten möchte. Wann? „Das dürfen wir uns sogar aussuchen“, so Beckmann, „wahrscheinlich wieder das Finale!“

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