Eine Flut von Stellungnahmen im Postfach

Marsberg..  Weit über 1000 Stellungnahmen und Einwände sind im Rathaus Marsberg im Rahmen der öffentlichen Bürgerbeteiligung im Planverfahren zur Ausweisung von Windkraftkonzentrationszonen eingegangen. Hinzu kommt ein dickes Paket mit über 150 persönlichen Stellungnahmen von Bürgern aus Leitmar und Umgebung sowie weitere 41 Stellungnahmen von Familien aus Vasbeck.

Am Dienstagnachmittag haben Mitglieder der Bürgerinitiative Vernunftwende Leitmar und der Bürgerinitiative Vasbeck die Stellungnahmen mit zusätzlich rund 500 Unterschriften gegen eine weitere Ausweisung von Windkonzentrationszonen in der Umgebung der beiden Orte an Bürgermeister Klaus Hülsenbeck und den Leiter des Bauamtes, Werner Besche, im Rathaus Marsberg übergeben.

„Die Leitmarer Bürger und die Bürger aus dem benachbarten hessischen Vasbeck sprechen sich somit wahrscheinlich so klar wie kaum ein anderes Dorf gegen eine weitere Ausweisung von Windkraftkonzentrationszonen im Marsberger Süden aus“, verdeutlichte Christoph Geschwinder, Sprecher der Bürgerinitiative Vernunftwende Leitmar, bei der Übergabe.

Sorge um die Kulturlandschaft

Zum einen seien Stellungnahmen wie Unterschriften ein klares Bekenntnis zum Lebensstandort beider Orte, so Geschwinder weiter. Denn auch gerade junge Leute hätten sich eingebracht, die Menschen informiert in Bezug auf die Stellungnahmen und Unterschriftenaktion.

Zum anderen drückten beide Aktionen „eine gewisse Sorge um den Erhalt der Kulturlandschaft, Artenschutz und Gesundheit aus, verbunden mit der Anmahnung an die Verwaltung, die Windkraft gut zu nutzen an konzentrierten Stellen“. Geschwinder: „Substantiell der Windenergie Raum geben, heißt nicht, viele Hektar dafür auszuweisen.“

Um Vasbeck würden sich schon 80 Windkraftanlagen aus der hessischen Hochebene drehen, so Jutta Franke von der dortigen Bürgerinitiative. Dass eine zusätzliche nördliche Umzingelung nicht gehe, müsste auch die Politik einsehen.

Rechtsrahmen für Bürger ausnutzen

„Wir verstehen die Nöte und Sorgen der Bürger gut“, verwies Bürgermeister Klaus Hülsenbeck auf die „gute Zusammenarbeit“ mit den Bürgerinitiativen. Bei der Ausweisung würden Verwaltung und Politik auf ein sachliches, rechtssicheres Verfahren setzen. Die Stadt sei mit möglichst viel Fläche in das Planverfahren eingetreten, um dann möglichst viele Flächen wieder rausnehmen zu können. Hülsenbeck: „Wir arbeiten Punkt für Punkt ab. Denn wenn uns Fehler nachgewiesen werden, darf jeder Windkraft im Außenbereich verwirklichen.“ Werner Besche ergänzt: „Sie dürfen begründetes Vertrauen in unsere Arbeit haben. Wir wollen die Bürger mitnehmen und das schaffen wir auch. Das sehen Sie an dieser Stelle.“ Denn die Stadt habe ausdrücklich zu den Stellungnahmen aufgerufen.

Er habe bisher alle Stellungnahmen persönlich gelesen, versicherte Hülsenbeck, „den Rechtsrahmen für die Bürger auszunutzen“.