Eine Bank kann Sitzgelegenheit und Geldinstitut sein

Drei Deutschkurse führt das Bildungskolpingwerk, Diözesanverband Paderborn, für die Asylbewerber im JBZ Marsberg durch.
Drei Deutschkurse führt das Bildungskolpingwerk, Diözesanverband Paderborn, für die Asylbewerber im JBZ Marsberg durch.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
In Marsberg lernen Flüchtlinge, dass eine Bank eine Sparkasse oder eine Sitzgelegenheit sein kann. Sie lernen im JBZ die deutsche Sprache.

Marsberg..  Das Auge ist Einzahl. Die Augen ist Mehrzahl. Unregelmäßige Verben und Artikel und dass die Bank eine Sparkasse und eine Volksbank sein kann und auch zum Sitzen ist, lernen derzeit 17 Asylbewerber in einem Deutschkurs im Jugendbegegnungszentrum (JBZ) Marsberg. 18 000 Euro hat das Bildungskolpingwerk, Diozösanverband Paderborn, aus dem Flüchtlingsfonds des Erzbistums Paderborn dafür erhalten. „Für das Geld werden wir etwa drei Deutschkurse durchführen können“, so Hubertus Stuhldreier vom Kolping-Bezirksverband Brilon-Marsberg.

„Nicht leicht“

„Deutsche Sprache nicht leicht“, schüttelt Kasem Avadev den Kopf. Er lebt seit zwei Jahren und zwei Monaten in Marsberg. In seiner Heimat Russland hatte er einen kleinen Bauernhof. Jetzt hofft er, dass er sich hier eine neue Existenz aufbauen kann. „Deutschland ist super gut“, findet Zymberi Astritt. Er kommt aus dem Kosovo und ist seit zwei Wochen in Marsberg. Seine Heimat Syrien hat Alawd Nezar verlassen. Er war dort Taxifahrer und spricht schon recht gut Deutsch. Seit fünf Monaten ist er in Marsberg.

Montags, dienstags und mittwochs, jeweils sechs Unterrichtsstunden lang drücken 17 Asylbewerber seit Mitte Februar die Schulbank im JBZ und lernen Deutsch.

Insgesamt 150 Unterrichtsstunden. „Sie sind eifrig bei der Sache“, bestätigt ihnen ihre Lehrerin Lilianne Brinke. Sie ist selber gebürtige Polin und kennt sich mit den Tücken der deutschen Grammatik bestens aus. In dem ersten Kurs vermittelt die Deutschlehrerin erst einmal die Grundlagen, so dass sich die Asylbewerber zumindest auf Deutsch vorstellen können, ein Gefühl für die Sprache entwickeln und sich auch trauen, Deutsch zu sprechen. Wünschen würde sich die Lehrerin allerdings, wie sie sagt, dass ihre Schüler zu Hause mehr Vokabeln pauken würden.

Prüfung zum Schluss

Der Kurs läuft auch während der Osterferien und endet Mitte April mit einer Prüfung A1. „Wir werden mit dem Helferkreis besprechen, wie es mit den beiden weiteren Kursen weitergeht - ob er ein Aufbaukurs wird, oder ob der Grundkurs wiederholt wird“, so Hubertus Stuhldreier. Vorausgegangen war vor Weihnachten ein Integrationskurs mit ehrenamtlichen Pädagogen als Vorbereitung auf den Deutschkurs. Auch der soll wiederholt werden.