Ein neues Zuhause für 24 Menschen in Marsberg
06.02.2012 | 18:08 Uhr 2012-02-06T18:08:00+0100
Marsberg.Der neue LWL-Landesrat PD Dr. Meinolf Noeker griff beherzt zu Kelle und Speis und setzte den ersten Stein auf die symbolische Wand mit dem Grundstein für den Neubau des Wohnhauses 33 des LWL-Wohnverbundes am Standort Weist 45. Der stellvertretende Landrat Heinemann lotet mit der Wasserwaage das Gleichgewicht aus.
In den Grundstein mit der Jahreszahl 2011 hat der LWL-Landesrat zuvor eine Rolle eingelassen mit der Bauzeichnung, der aktuellen Ausgabe der WP und einer Bewohnerzeitung. Die nächsten Steine setzten Hubert Kleff (MdL) und Bürgermeister Klenner.
Im vergangenen Jahr wurde schon mit den Bauarbeiten des neuen Wohnhauses begonnen und der Rohbau lässt schon erahnen, was entstehen wird. Ein zweigestöckiges Wohnhaus für 24 Menschen mit psychischen Behinderungen im hinteren Bereich des LWL-Standortes Weist. In den zwei Etagen werden sie in jeweils zwei Wohngruppen für sechs Bewohner/innen leben. Die Wohngruppen erhalten Gemeinschaftsräume wie Küche, Wohn-, Essbereich und einen Hauswirtschaftsraum. Die Einzelzimmer sind ca. 14 Quadratmeter groß und barrierefrei gestaltet. Zwei Zimmer teilen sich ein Dusch-Bad. Kostenfaktor 2,317 Mio. Euro (Förderdarlehn des Landes: 795 000 Euro, LWL-Darlehn: 850 040 Euro, LWL-Zuschuss: 499 260 Euro, LWL-Zuschuss für das Grundstück: 173 400 Euro).
Mit dem Neubau gelte es, für die Bewohner Lebensqualität nach vorne zu bringen und den Mitarbeitern die Arbeitsbedingungen zu erleichtern, so der LWL-Landesrat Dr. Noecker in der Feierstunde im Festsaal der LWL-Klinik mit Vertretern der Landschaftsversammlung, der Politik und der Kirche, Bewohner und Mitarbeiter. Der Neubau sei auch ein Zeichen für Weiterentwicklung im Sinne der Inklusion und Stärkung des Wohn- und Teilhabegesetzes unter dem Leitgedanken ambulant vor stationär.
Durch den Ersatzneubau verringern sich die Menschen, die auf dem Klinikgelände leben. Die zukünftigen Bewohner seien psychisch krank mit einem hohen sozialen Integrationsbedarf, bei denen das Bedürfnis nach Schutz und Struktur besonders ausgeprägt sei, so der Landesrat weiter. Sie würden Inklusion und Kontakt brauchen, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten und auch geeignetes Personal. Wegen der Schwere der psychischen Erkrankung sei die Nähe der LWL-Klinik wichtig. Der Ersatzneubau biete den Bewohnern ein neues Zuhause, das den speziellen Bedürfnissen gerecht werde. Betreut werden sie weiter von den Mitarbeitern.
„Sie verlieren niemals die Menschen, die es nötig haben, aus dem Blick“, würdige der stellvertretende Landrat Rudolf Heinemann die Investition des LWL am Standort Marsberg als Zukunftssicherung. „In Marsberg werden Inklusion und Integration gelebt“, so Bürgermeister Klenner. Stadt, Bürger und LWL gingen Hand in Hand. So sei es auch ein freudiger Aspekt, dass heimische Handwerker durch den Neubau ihre Auftragsbücher hätten füllen können.
Für die künftigen Bewohner würde der Umzug auch bedeuten, mit neuen Mitbewohnern zurechtzukommen und sich an neue Betreuer zu gewöhnen, sagte die Leiterin des LWL-Wohnverbundes Andrea Engelmann. Solche Veränderungen seien nicht leicht zu verkraften für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Ziel sei es, möglichst viel an alten Beziehungen zu erhalten. Das gesamte Team sei in die Vorbereitungen eingebunden.
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