Ein Modell aus Kupferrohren gelötet

Gerd Rosenkranz (li.) arbeitet wieder an einem Gruben-Modell. Diesmal wird es der Kilianstollen. Unterstützt wird er von den Bergwerksführern Anton Dicke, Günter Stöwer und Petra Ackermann.
Gerd Rosenkranz (li.) arbeitet wieder an einem Gruben-Modell. Diesmal wird es der Kilianstollen. Unterstützt wird er von den Bergwerksführern Anton Dicke, Günter Stöwer und Petra Ackermann.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Gerd Rosenkranz arbeitet an einem Modell des Kilianstollens. Gebaut wird es aus Kupferrohren.

Obermarsberg..  Wie man und dass man ein unterirdisches Bergwerk auch im Miniaturmodell maßstabgerecht werkeln, in diesem Fall aus Kupferrohren zusammenlöten kann, das hat Gerd Rosenkranz für den Marsberger Heimatbund schon tatkräftig bewiesen. Sein Modell der Grube Mina im Eresberg unter Obermarsberg ist im neuen Heimatmuseum der Stadt in Obermarsberg zu bewundern. Jetzt ist die Lötlampe wieder im Einsatz.

Gerd Rosenkranz schweißt Kupferrohre zusammen und arbeitet an dem Modell des Kilianstollens. Es soll im Lampenhaus am Besucherbergwerk den Gästen die ganzen Ausmaße des Bergbaus vor Augen führen.

Vor rund einem Jahr begannen in der ehemaligen Grundschule in Obermarsberg die Arbeiten zur Innenausstattung des Heimatmuseums. Der Startschuss für den Hobbybergmann und Hobbygeologen erfolgte mit seinem Modellbau der Grube Mina. Neben vielen technischen Erfahrungen, wie man zum Beispiel Maße umrechnet und überträgt, wie man hartlötet und man am besten Rohre biegt, machte Rosenkranz auch die Erfahrung, dass gelötete Teile auch dann noch heiß sind, wenn sie nicht mehr glühen.

Nach Eröffnung des Museums waren viele Besucher aus Marsberg begeistert von dem Grubenmodell. Viele merkten immer wieder an, dass ein Modell des Kilianstollens und der Grube Friederike doch auch sehr interessant wären. Gerd Rosenkranz: „Für viele Besucher sind die Dimensionen dieses fast vier Kilometer messenden, voll begeh- und befahrbaren Bergwerkes nur schwer vorstellbar.“

Immerhin reicht es vom Mundloch in der Mühlenstraße unter der Oesterstraße hindurch bis zur Paulinenquelle und unter das Mittelfeld. Gerade die Tiefbaue mit bis zu 55 Meter Tiefe und auch die bis 120 Meter hohen Tagesschächte sind nicht leicht in die eigene Vorstellungswelt umzusetzen.

Ein Bündel an Klüften

Diese Anregungen vieler Bürger hat Gerd Rosenkranz für den Marsberger Heimatbund gern aufgegriffen und realisiert momentan ein Modell des Grubenfeldes Oscar (mit dem Kilianstollen) und des Grubenfeldes Friederike am Bilstein mitsamt der Verbindungsstrecke und dem Beuststollen.

Da aber im Lampenhaus „nur“ ein fünf Meter breites Modell aufgestellt werden kann, muss der Maßstab gegenüber dem Modell im Heimatmuseum deutlich reduziert werden. „Das macht die Realisierung natürlich erheblich fummeliger.“ Gerd Rosenkranz ist völlig in seinem Element. Der größte Unterschied zum Modell der Grube Mina bestehe aber in den geologischen Gegebenheiten, weiß er Bescheid. „Während man dort einen relativ kompakten Erzkörper vorfindet, der mit 26 übereinander liegenden Sohlen abgebaut werden konnte, gestalten sich die Verhältnisse am Jittenberg ganz anders.“

Hier gibt es ein ganzes Bündel von Klüften und Querklüften, die nur inselartige Vererzungszonen entstehen ließen. Das heißt, dass das Modell auch sehr viel kleinteiliger wird. Aber gerade das mache das Modell so sinn- und eindrucksvoll.

73 Einzelpläne erstellt

Während er beim Modell „Mina“ nach einem genauen Generalplan gearbeitet hat, hat er für dieses Projekt sage und schreibe 73 Einzelpläne erstellt. Sie alle haben einen unterschiedlichen Maßstab sowie Angaben in Metern oder aber in Lachtern (ein altes Bergbaulängenmaß). Rosenkranz: „Zu allem Überfluss gibt es keinen Riss, der alle Grubenbauten gleichzeitig zeigt, sondern man hat immer nur die gerade in Abbau stehenden Stollen gezeichnet.“

Für den Hobbybergwerker und Hobbygeologen kein Problem: „Das ist alles mit viel Fleiß und Erfahrung zu meistern“, sagt er und freut sich, dass die Bergwerksführer, besonders Petra Ackermann und Günter Stöwer, hinter dem Projekt stehen und ihn mit Rat und Tat unterstützten.