Ein Krankenhaus für 31 462,25 Mark

„125 Jahre St. Franziskus-Hospital Winterberg“: So sah es damals aus.
„125 Jahre St. Franziskus-Hospital Winterberg“: So sah es damals aus.
Foto: Krankenhaus
Was wir bereits wissen
Ein komplettes neues Krankenhaus für 31 462,25 Mark, die Behandlung für eine Mark bzw. 75 Pfennig für Krankenkassenmitglieder: Zu diesen Konditionen nahmen vor 125 Jahren, genauer am 28. Mai 1890, drei Olper Franziskaner-Schwestern den Betrieb des neuen St. Franziskus-Hospitals in Winterberg mit 15 Betten auf, fast zeitgleich mit der bekannten Bergmannsheil-Klinik in Bochum.

Winterberg..  Ein komplettes neues Krankenhaus für 31 462,25 Mark, die Behandlung für eine Mark bzw. 75 Pfennig für Krankenkassenmitglieder: Zu diesen Konditionen nahmen vor 125 Jahren, genauer am 28. Mai 1890, drei Olper Franziskaner-Schwestern den Betrieb des neuen St. Franziskus-Hospitals in Winterberg mit 15 Betten auf, fast zeitgleich mit der bekannten Bergmannsheil-Klinik in Bochum.

Der bis heute erhaltene Name ist nicht von ihrem Orden abgeleitet, sondern vom Mäzen des Krankenhauses, dem Winterberger Franz Braun-Poggels und seiner Frau Maria, die Bau und Betrieb komplett finanziert hatten, weil Gelder von Stadt oder Kirche nicht zur Verfügung standen. Für ein Monatsgehalt von 120 Mark wurde ein in Winterberg ansässiger Arzt mit chirurgischer Qualifikation verpflichtet, der neben seiner Praxis die stationären Patienten operierte und betreute.

Über 200 Mitarbeiter

Heute versorgen über 200 Mitarbeiter im St. Franziskus-Hospital jährlich rund 4000 Patienten stationär und 11 000 ambulant. Neben der medizinischen Grund- und Akutversorgung für den Raum Winterberg, Medebach, Hallenberg in den „basismedizinischen“ Bereichen Chirurgie und Innere Medizin wurden weitere Schwerpunkte gesucht und gefunden, die den wirtschaftlichen Fortbestand des Krankenhauses im immer schärfer werdenden Wettbewerb erfolgreich sichern. So ist z.B. die Endoprothetik (künstliche Gelenke) zu einer tragenden Säule des betriebswirtschaftlichen Konzeptes geworden, berichtete Geschäftsführer Christian Jostes.

Weitere Standbeine sind die Gastroenterologie, Kardiologie und Geriatrie - letztere besonders auch im Hinblick auf den demographischen Wandel. Mit dem Stadtkrankenhaus in Korbach gibt es bereits eine enge Kooperation bei speziellen Untersuchungen, die künftig weiter ausgebaut werden soll. Vor gut zwei Jahren wurde außerdem ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) angeschlossen, das die enge Verzahnung von Stationären und ambulanten Behandlungen ermöglicht. Großes Ziel für die Zukunft sei es nun, die nachgewiesen hohe Qualität in der Patientenversorgung auszubauen und messbar zu machen, so Jostes.

Geld war auch früher schon knapp

Einiges ist somit in den 125 Jahren der Winterberger Krankenhausgeschichte gleich geblieben: Die Gelder sind weiterhin knapp, das Bemühen um eine gute Versorgung der Patienten dagegen groß. Viele Aspekte, die ein Krankenhaus zukunftssicher machen, haben sich jedoch komplett verändert - nicht zuletzt die Preise: Für 31 462,25 Mark bekommt man heute kein Krankenhaus mehr, sondern umgerechnet nur einen OP-Tisch!