Ein guter Start für jedes Kind

Zogen Bilanz: Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (l.), Vertreter der Sponsoren des Projektes „Briloner Bücherbabys" und Bibliotheksleiterin Ute Hachmann (2.v.l.).
Zogen Bilanz: Bürgermeister Dr. Christof Bartsch (l.), Vertreter der Sponsoren des Projektes „Briloner Bücherbabys" und Bibliotheksleiterin Ute Hachmann (2.v.l.).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Vor zehn Jahren wurde das Projekt „Briloner Bücherbabys“ ins Leben gerufen. Ein Erfolgsmodell, wie man heute weiß.

Brilon..  Bücher machen Spaß, eröffnen Horizonte und fördern die Entwicklung schon von Kleinstkindern. Kurzum: Bücher sind für jedes Kind ein guter Start ins Leben. Dies erkannte Ute Hachmann, Leiterin der Briloner Stadtbibliothek, schon vor zehn Jahren und rief das Projekt „Briloner Bücherbabys“, modellhaft damals für die gesamte Bundesrepublik, ins Leben. Jetzt geht die Aktion bereits in die dritte Verlängerung bis Ende 2017. Zeit also, um eine Bilanz zu ziehen.

4511 Buchstart-Pakete an Eltern

Dass es sich um ein Erfolgsmodell handelt, hat sich im Laufe der Jahre herumgesprochen - weit über die Grenzen Brilons hinaus. Vielfach ist das Projekt kopiert worden. Auch die Zahlen sprechen für sich. 58 500 Euro konnten dank der Hauptsponsoren Sparkasse Hochsauerland, die von Beginn an dabei ist, dem Unternehmen Hoppecke Batterien und dem Krankenhaus Maria-Hilf in die Initiative investiert werden. Das Geld wurde in die hochwertige Ausstattung der Bücher-Pakete gesteckt. „Seit dem 1. Januar 2006 bis Ende 2014 sind 4511 Buchstart-Pakete an Eltern herausgegeben worden“, berichtet Ute Hachmann. Die Pakete enthalten eine Infobroschüre, die über die Bedeutung und Notwendigkeit der frühen Förderung von Kindern informiert, ein erstes Bilderbuch für Babys und eine so genannte Leselatte für das Kinderzimmer. Die Paketausgabe erfolgt auf der Geburtsstation des Krankenhauses bei der Entlassung. Krankenschwester Marianne Chomsé: „Die Mütter nehmen das Geschenk begeistert mit.“ Zwischenzeitlich, so Ute Hachmann, habe man sogar Bücher-Pakete an türkische Mütter in ihrer Sprache verteilt. Doch die seien nicht sehr gefragt gewesen. Hintergrund: Die Mütter wollten lieber die deutsche Ausgabe mit nach Hause nehmen.

Auf den Erfolg des Projektes angesprochen, meint die Bibliotheksleiterin, die die Idee aus Großbritannien mitbrachte: „Im Vordergrund steht, dass Eltern viel selbstverständlicher Bücher und das Vorlesen als natürlichen Förderprozess in die Erziehung der Kinder einfließen lassen. Damit hat die Initiative eines ihrer Hauptziele erreicht, nämlich die Wissenslücke über frühe Fördermöglichkeiten zu schließen.“

Viel mehr Neuanmeldungen

Rückmeldungen befragter Mütter ergaben im Übrigen, dass 62 % durch die Aktion angeregt wurden, sich intensiver um die Sprach- und Leseförderung ihres Kindes zu kümmern und sich in der Stadtbibliothek Bücher für sich und ihr Kind auszuleihen. Gerade in den ersten drei Jahren des Projektes konnte der Anteil an Kundenkarten, die an Kinder unter sechs Jahren herausgegeben wurden, um satte 200 % gesteigert werden.

Fotowettbewerbe unter dem Motto „Lesende Babys“ und die Vorlesepatenaktion (200 Leute nahmen teil) komplettieren das Erfolgsmodell.