Ein Beruf mit guten Aussichten

Olsberg..  In Sanitär-, Heizungs- und Klima-Anlagen steckt heute jede Menge moderner Elektronik und Computertechnik. Dadurch haben sich das Berufsbild und die Ausbildung stark verändert. Das wurde auch bei der Informationsveranstaltung des SHK-Handwerks der Innung Brilon/Meschede gestern im Oventrop-Competence-Center deutlich.

Rund 300 junge Leute bekundeten ihr Interesse an dem Beruf. „Die Veranstaltung sollte den Schülern einen spannenden Beruf schmackhaft machen“, sagte Obermeister Franz-Josef Happel. Ein Beruf, in dem jährlich zwei Dutzend junger Leute ihre Prüfung ablegen und danach in der Regel auch alle einen Job bekommen.

Ingomar Schennen, Kreishandwerkerschaft Hochsauerland, erklärt, warum der Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ein „Beruf mit Perspektive“ ist.

Frage: Warum hat das SHK-Handwerk nun schon zum dritten Mal zu einer solchen Informationsveranstaltung eingeladen?

Ingomar Schennen: Wir wollen über den Beruf des Anlagemechanikers informieren. Deshalb laden wir immer ganz gezielt Jugendliche, aber auch ihre Eltern, ein, sich vor Ort ein Bild von diesem sehr vielfältigen und zukunftssicheren Beruf zu machen. Das Oventrop Competence-Center bietet sich dafür an, weil man dort in der Ausstellung am „lebenden Objekt“ einen sehr guten Einblick in die praktische Arbeit erhalten kann. Wir haben festgestellt, dass viele ganz falsche, veraltete Vorstellungen von diesem Beruf haben, der sich in den vergangenen Jahren sehr stark verändert hat.

Wie hat sich das Berufsbild denn verändert?

Heute haben wir es mit Hightech Gebäudetechnik, mit modernster Steuerungs- und Computertechnik zu tun. Natürlich gehören zum Sanitär- und Heizungsbereich nach wie vor z.B. die Rohrinstallation und die damit verbundenen handwerklichen Arbeiten. Aber das ist nicht mehr vergleichbar mit dem Beruf, wie er vor 50 Jahren war. Heute geht die Arbeit sehr viel mehr in den Bereich der Installation und Einstellung komplexer gebäudetechnischer Anlagen. Je nach Ausbildungsbetrieb hat man verschiedene Handlungsfelder, in denen sich die Azubis spezialisieren können.

Welche Schwerpunkte gibt es in der Ausbildung zum Anlagenmechaniker?

Nach einer Grundausbildung kann man sich in den Tätigkeitsfeldern Wassertechnik, Umwelttechnik, Lüftungstechnik oder Wärmetechnik spezialisieren. Und auch nach der dreieinhalbjährigen Ausbildung gibt es attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten zum Meister, Kundendiensttechniker oder im Rahmen eines Studiums. Vor allem der Bereich Umwelttechnik bietet tolle Zukunftschancen. Denn wenn wir die Energiewende in Deutschland schaffen wollen, dann brauchen wir dafür das Handwerk vor Ort mit Fachleuten, die sich mit dieser Technik auskennen. Die Job-Aussichten nach der Ausbildung zum Anlagemechaniker sind sehr gut – zumal man diese Arbeitsplätze ja nicht einfach ins Ausland verlagern kann.

Welche Interessen und Voraussetzungen sollten Bewerber für diesen Beruf mitbringen?

Sie sollten technisch interessiert sein, mathematisches Verständnis und auch handwerkliches Geschick mitbringen. Auch für den Ausbildungsstart im August dieses Jahres gibt es bei uns hier vor Ort durchaus noch Chancen auf eine Lehrstelle.