Düdinghausen bekommt eine Breitband-Versorgung

Sehr gut besucht war die Sonderrats-Sitzung in Medebach am Montagabend.
Sehr gut besucht war die Sonderrats-Sitzung in Medebach am Montagabend.
Foto: Sebastian Schröder
Was wir bereits wissen
Düdinghausen soll an das Breitbandnetz angebunden werden. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung dafür grünes Licht gegeben.

Medebach..  „Wenn ich so in die Gesichter schaue, hätten wir heute besser in Düdinghausen tagen sollen und so einige Fahrtkosten gespart“ - dies stellte Bürgermeister Thomas Grosche am Montagabend zu Beginn der Sondersitzung des Rates augenzwinkernd fest. Mehr als 50 Bürger aus Düdinghausen hatten im Sitzungssaal des Medebacher Rathauses Platz genommen, um dabei zu sein, wenn ein für das Pön-Dorf wichtiger Beschluss gefasst wird. Der Stadtrat vergab einstimmig den Auftrag, den Ort für insgesamt 88 774 Euro an das Breitbandnetz anzubinden (wir berichteten).

Großer Einsatz der Dorfbewohner

Dafür wird auch die Leerrohrinfrastruktur in Oberschledorn und Düdinghausen genutzt. Eine durch die Firma Muenet an die Hansestadt zu zahlende Miete soll nach fünf Jahren Vertragslaufzeit ausgehandelt werden. Im Beschluss verankert ist die Maßgabe, dass sich die Hansestadt darum bemüht, mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten vom Hochsauerlandkreis erstattet zu bekommen. Sollte dies jedoch nicht realisierbar sein, erklärt sich der Ortsbeirat Düdinghausen bereit, seine kompletten liquiden Mittel von rund 3500 Euro in das Breitbandprojekt zu stecken. Diesen Vorschlag von Ortsvorsteher Ferdinand Asmuth nahm Bürgermeister Grosche dankend zur Kenntnis, er sieht das Angebot jedoch mehr als Ansporn, jetzt erst recht den maximal möglichen Zuschuss beim HSK locker zu machen. Grosche dankte auch der Arbeitsgruppe „schnelles Internet“ für die tolle Arbeit und betonte nochmals, dass die Stadt dieses Projekt als wichtiges Element für Medebachs Infrastruktur sieht.

Franz-Josef Kaufhold von der CDU wies vor der Abstimmung ebenfalls auf die enorme Wichtigkeit des Beschlusses für den Ort hin: „Der große Einsatz der Dorfbewohner und die vielen Bürger hier im Saal zeigen uns, wie sehr sich das Dorf die Breitbandversorgung wünscht.“ CDU-Fraktionschef Johannes Rabe ergänzte, dass „man die Gelder gerne freigibt, wenn man für die Instandsetzung irgendeiner Brücke auf Feldwegen 150 000 Euro im Haushalt veranschlagt und deren Nutzen mit dem Gewinn aus einer Investition von 88 774 Euro für Breitbandinternet vergleicht“. Für Christa Hudyma, Fraktionsvorsitzende der FWG, hat „Düdinghausen seine Hausaufgaben gut gemacht, Oberschledorn leider nicht“. Sie regte an, dass die Stadtkasse die Umstellungskosten von rund 100 Euro pro Haushalt für jeden Bürger beider Ortsteile übernehmen könne, um so auch den Oberschledornern den Breitbandanschluss schmackhaft zu machen. Thomas Grosche entgegnete jedoch, dass dazu einerseits die Zeit fehle, denn die Betreiberfirma muss bis zum 25. Februar mit der Telekom den Vertrag abschließen. Andererseits seien die Gründe nicht eindeutig klar, warum die Pro- und Kontralager in beiden Orten so unterschiedlich groß seien.

Rudolf Kaiser von der SPD gab zu, dass sich seine Partei aufgrund des hohen Investitionsvolumens mit der Entscheidung „sehr schwer“ getan habe. Die SPD stimmte jedoch im Sinne des Pön-Dorfes auch für die Realisierung des Projektes.

Bromberg-Projekt Thema

Neben diesem Hauptthema stand u.a. noch ein weiterer Beschluss auf der Agenda der Sitzung. So stimmte die Versammlung einstimmig für die Änderung des Flächennutzungsplanes im Zuge des Bromberg-Projekts, bei dem ein Kletterpark entstehen soll (die WP berichtete). Alle beteiligten Behörden und Nachbargemeinden hatten mitgeteilt, dass sie hinsichtlich der durch die Baumaßnahme geplante Flächenumnutzung keine Bedenken haben. Bürgermeister Grosche stellte erfreut heraus, dass sogar der HSK und die Bezirksregierung kein Veto eingelegt haben.