Dreislar bietet heile Welt und gute Zukunftsideen

Kleine und große Bewohner aus Dreislar und sogar einige Ziegen standen am Donnerstag parat, um die Bewertungskommission zu begrüßen und ihr die Schönheiten und Ideen des Dorfes zu zeigen.
Kleine und große Bewohner aus Dreislar und sogar einige Ziegen standen am Donnerstag parat, um die Bewertungskommission zu begrüßen und ihr die Schönheiten und Ideen des Dorfes zu zeigen.
Foto: Rita Maurer
Was wir bereits wissen
Am Donnerstag besuchte die Bewertungskommission von „Unser Dorf hat Zukunft“ das Dorf Dreislar bei Medebach, das sich als einziger Ort aus dem Altkreis Brilon für den Landeswettbewerb qualifiziert hat.

Dreislar..  Ungewöhnlicher Empfang für eine Kommission im Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“: Die zwölf Bewertungsmitglieder stiegen in Dreislar aus ihrem Bus und fanden nicht etwa die typische Sauerländer Postkarten-Idylle mit Fachwerk und Blumenschmuck als ersten Eindruck vor, sondern einen etwas verstaubt und fade wirkenden ehemaligen Bergbaustollen. „Wir wollen Ihnen heute nicht nur heile Welt präsentieren, sondern auch zeigen, dass wir in unserem Dorf noch lange nicht fertig sind und viele Ideen für Projekte haben, die wir noch umsetzen wollen“, begründete Johannes Rabe als Sprecher der Projektgruppe diesen Einstieg vor dem 2009 geschlossenen Rudolfsstollen. Das Grubengelände steht derzeit noch unter Bergbau-Aufsicht und soll nach deren Abschluss in Erlebnisgärten umgewandelt werden.

355 Einwohner

Dreislar mit seinen 355 Einwohnern ist das einzige Dorf aus dem Altkreis Brilon, und neben Fleckenberg und Stockum einer von drei Orten im HSK, die sich für den Wettbewerb auf Landesebene qualifiziert haben.

Besondere Schwerpunkte hatten die Dreislarer bei ihrer Präsentation auf folgende Aspekte gelegt, die von verschiedenen Moderatoren vorgestellt wurden: Die Weiterentwicklung der Konzepte für Nahwärme, Naturtourismus und die ehemaligen Grubenflächen, die gesunde Infrastruktur mit 50 Vollerwerbs-Beschäftigten in Handwerk, Tourismus und Landwirtschaft, die Prämisse „Innen- vor Außenentwicklung“ – unter der das aktive Leben im Dorfkern gefördert wird, das Schwerspatmuseum oder auch die Ortslage in der ursprünglichen Kulturlandschaft, die mit dem Projekt „Naturdenkmal 2100“ unterstützt wird.

Und glaubhaft heile Welt bekam die Kommission auch ausgiebig zu sehen: Zahlreiche Dreislarer hatten sich extra Urlaub genommen, Schichten getauscht oder verlängerte Mittagspausen eingelegt, um ihr Dorf mit Leben zu füllen. Betriebe stellten sich mit Info-Ständen vor, Vertreter der insgesamt elf ortseigenen Vereine erschienen in ihren Uniformen, die Kindergartenkinder und die Senioren begleiteten die Besucher, sogar Rinder, Ziegen und acht Alpakas äugten neugierig über ihre Zäune. Dass Dreislar nicht nur langjährige Traditionen, sondern auch eine hoffnungsvolle Zukunft hat, bewies das „Osterfeuer-Team“: Die 18-jährige Rebekka Imöhl stellte die Aktivitäten der derzeit 63 Jugendlichen aus Dreislar gekonnt vor, die sich beileibe nicht nur auf den Bau von Osterfeuern beziehen, und schloss mit den Worten: „Uns gefällt der gute Zusammenhalt. Es ist schön in Dreislar.“

Heimliche Nationalhymne gesungen

Während die Teilnehmer in Kappens Backstube noch die Herstellung von Nussecken verfolgten, mischten sich überraschende Klänge in das interessierte Stimmengewirr: In der ganz frisch und größtenteils in Eigenleistung renovierten Pfarrkirche sorgte das Blechbläserensemble „Brassination“ für einen willkommenen kurzen Ruhepunkt in der Fülle an Informationen.

Musikalisch war dann auch der Abschluss: Alle anwesenden Dreislarer inklusive Landrat Dr. Karl Schneider und Bürgermeister Thomas Grosche sangen die heimliche Nationalhymne „Dreislar, mein Dreislar“. Die Kommissionsvorsitzende Annegret Dedden verabschiedete sich herzlich: „Wir alle sind begeistert von dem, was Sie uns heute hier in Dreislar gezeigt haben. Und um die Realisierung Ihrer geplanten Projekte machen wir uns keine Sorgen: Bei Ihrem Engagement schaffen Sie das alles mit links! Wir sehen uns am 13. September bei der Ergebnisverkündung in Bad Sassendorf!“