Dr. Rudolph will vom Rhein an die Spree
18.09.2009 | 08:28 Uhr 2009-09-18T08:28:00+0200
Meschede/Brilon. Dr. Karsten Rudolph ist zuversichtlich, für die SPD in den Bundestag einzuziehen. „Listenplatz 23 hat bisher immer gezogen.” Wenn er Recht behält, geht es für den gebürtigen Wittener, Mitglied des SPD-Ortsvereins Brilon, vom Düsseldorfer Landtag an die Spree.
Für den Historiker, der als Privatdozent an der Uni Bochum lehrt, stünden dann zwei Umzüge an. Vom Düsseldorfer ins Berliner Parlament und von seinem Wohnort Bochum in den Hochsauerlandkreis. „Ich werde umziehen”, kündigt er an. „Auf jeden Fall in die Nähe meines Wahlkreisbüros, nach Meschede oder vielleicht nach Bestwig.” Wegen seiner Tochter ist er bisher nicht aus dem Ruhrgebiet weggezogen. „Nun ist sie erwachsen und wird studieren. Während ihrer Schulzeit sollte sie nicht ihre vertraute Umgebung verlassen müssen.”
Dr. Karsten Rudolph wurde 1962 in Witten geboren. Er ist Historiker mit den Schwerpunkten Sozial- und Politikgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.Dr. Rudolph gehört seit 1978 der SPD an. Seit dem Jahr 2001 ist Dr. Rudolph Mitglied des Landesvorstandes und Präsidiums der nordrhein-westfälischen SPD. Der Politiker zählte zur Programmkommission der Bundespartei und ist Mitglied der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD. Privat ist er an Kunst und Kultur interessiert.
Als Nachrücker für Wolfgang Clement ist Dr. Rudolph seit dem November 2002 Mitglied des Landtages. 2005 wurde er über die Landesliste gewählt. Er vertritt dabei den Wahlkreis Hochsauerlandkreis und Rüthen - daher seine Partei-Wahlheimat in Brilon. Ein Schwerpunkt ist die Innenpolitik, er gehört dem Haupt- und dem Innenausschuss des Parlaments an und ist Innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.
„Wenn Dagmar Schmidt 2005 nicht so plötzlich gestorben wäre, dann hätte sich die Frage, ob ich mich als Kandidat für den Hochsauerlandkreis in den Bundestag aufstellen lasse, vermutlich nicht gestellt.”
Drei Ziele
Dr. Karsten Rudolph steht für drei Ziele: Erstens Beschäftigung sichern, zweitens die Mobilität im Hochsauerlandkreis verbessern und drittens den Bürgern mehr Gehör in der Politik verschaffen.
Zurzeit gebe es 10 000 Arbeitssuchende im Hochsauerlandkreis und 12 000 Menschen, die für Kurzarbeit angemeldet sind. „Kurzarbeitergeld ist aber endlich, die Frage ist, wie werden Beschäftigungsbrücken weitergebaut?” Altersteilzeit solle seiner Ansicht nach ausgebaut werden. „Wenn ein alter Mitarbeiter geht, muss ein junger nachkommen.”
Lizenz als Bürgerbusfahrer
Was die Mobilität angeht, setzt Dr. Karsten Rudolph auf den Bürgerbus. „Ich selbst habe bald die Lizenz zum Bürgerbusfahrer.” Junge Leute und Senioren müssen auch die Möglichkeit haben, überall hinzukommen, mit Bürgerbussen ginge das. Weiter findet er es gut, wenn Bahnstrecken wiederbelebt werden. Ein Wunsch wäre die Strecke Marburg - Paderborn.
Und bei seinem dritten Ziel richtet er sich nach Willy Brandt. „Politik ist dazu da, den Bürgern das Leben einfacher zu machen”, hat der SPD-Bundeskanzler gesagt. „Bürger sind heute aber oft hilflos und die Politik macht ihnen das Leben oft schwerer.” Er werde versuchen, sich nicht zu sehr von Lobbyisten beanspruchen zu lassen, sondern Zeit für die Bürger zu haben.
Umzug ins Sauerland
Seine Zeit wird nicht nur von der Politik beansprucht, sondern auch von seiner Arbeit an der Uni. Einmal die Woche ist er in der Regel dort. „Ich muss in der Lehre bleiben, um meine Lehrbefugnis zu erhalten.” Sein letztes Seminar hatte den Kalten Krieg zum Thema, das nächste die Weimarer Republik. „Für meinen Seelenhaushalt ist es gut, wenn ich mich auch mit Leuten auseinandersetze, die nicht zu mir kommen, weil ich Abgeordneter bin.”
16:49
#1
Vielleicht sollten Sie auch mal einen Blick in die Druckversion werfen, dort wurde ihr heiss geliebter Kandidat schon vorgestellt!
#2
Was hat der Kommentar mit dem Bericht zu tun???
14:48
Im Jahr 2007 haben die Arbeitsschützer der Bezirksregierung Arnsberg insgesamt 181 Zeitarbeitsfirmen mit 12.500 Beschäftigten überprüft und waren garnicht zufrieden.
Außerdem kommen zu den Erwerbslosen noch ca. 3.500 Menschen die sich im HSK in Maßnahmen befinden und sonst Erwerbslos wären, hinzu . Die Aussage Mindestlohn auch im HSK würde der SPD als alte Arbeiterpartei auch nicht schlecht zu Gesicht stehen. Wäre natürlich mit der CDU eher nicht durchsetzbar, schon klar.
Weiterhin reicht die Forderung nach Mobilität alleine nicht aus, sie muss auch bezahlbar werden, denn das ist sie nicht mehr, für jede/jeden.
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10:50
Ehrenberg, Dr. Rudolph, Kosow, Sensburg ...
Liebe WAZ,
zur Demokratie gehört auch die Opposition und so stellt sich die Frage warum in dieser Vorstellungsrunde bisher nicht über den Direktkandidaten der Linkspartei Rüdiger Sagel berichtet wurde.
Medienboykott?
www.sagel.info