Dr. Karsten Rudolph löst Birgit Sippel ab
22.02.2010 | 07:00 Uhr 2010-02-22T07:00:00+0100
Meschede. (ele) Zu einem mit über sechs Stunden Dauer einer der längsten HSK-Parteitage entwickelte sich am Samstag die Delegiertenversammlung des SPD-Unterbezirks Hochsauerland in Meschede. Wichtigste Neuerung: Dr. Karsten Rudolph löst Birgitt Sippel als Vorsitzender ab.
Zu Beginn hatte sich Sippel darüber gefreut, dass von 112 stimmberechtigten Delegierten aus den elf SPD-Orts- und -Stadtverbänden des HSK 103 Delegierte erschienen waren. „Ein Zeichen für die Wichtigkeit des heutigen Parteitages, bei dem zukunftsentscheidende Beschlüsse gefasst werden sollen”, eröffnete sie nach Grußworten den Parteitag.
Zwei Kandidaten
Zur Wahl des Vorsitzes im Unterbezirk HSK stellte sich neben Sippel - sie ist Mitglied des Europäischen Parlaments - auch der heimische SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Karsten Rudolph. In seiner Bewerbungsrede setzte der 47-jährige Rudolph auf Teamarbeit, Ausgleich und keinen Alleingang, auf frische Ideen durch lebendige Diskussionen. Er wolle „keine Friedhofsruhe als innerparteiische Idylle”. Mitglied in der SPD zu sein, das müsse wieder als „cool” gelten. „Wir müssen wieder mehr auf Mitglieder hören, denn nur so können wir sie auch gewinnen. Unsere SPD muss wieder, wie es Rau gesagt hat, „Schutzmacht der kleinen Leute sein”, beschwor er die Delegierten. „Wer SPD wählt, gewinnt mehr Sauerland, denn wir brauchen mehr Sauerland für NRW”, machte Rudolph, der in den Altkreisen Meschede und Brilon bei der kommenden NRW-Landtagswahl kandidiert, deutlich. „Die SPD muss Anwalt der Region sein”, forderte er.
Etwas bewegen
Birgit Sippel stellte sich erneut zur Wahl, weil sie weiterhin etwas bewegen wolle. Die SPD müsse im HSK nicht nur sichtbar werden, sondern mit Mandatsträgerinnen und -trägern auf allen Ebenen vertreten sein, „Denn Abgeordnete öffnen Türen”, argumentierte sie.
In der geheimen Abstimmung erhielt Karsten Rudolph 71 und Birgit Sippel 31 Stimmen. Ein Delegierter enthielt sich. Zu Rudolphs Stellvertretern wurden Dirk Wiese und Petra Brandenburg gewählt. Neuer Schatzmeister ist jetzt der erst 21-jährige Jonathan Bauermeister.
„Münte” als Ehrengast
Zu Beisitzern im Unterbezirks-Vorstand wurden Matthias Kurzius, Rainer Mühlnickel, Laura Rickes, Dirk Saßenroth, Gerd Stüttgen, Wilfried Welfens, Elmar Felix Werker und Günter Wiese in ihrem Amt bestätigt sowie Ludger Böddeker, Veronika Denhof, Torben Firley, Daniel Köhne, Serhat Sarikaya, Barbara Schmidt und Bernd Petri neu berufen.
Ehrengast Franz Müntefering schwor seine Genossinnen und Genossen auf die NRW-Wahl ein. Am 9. Mai entscheide sich, ob die Regierungskoalition im Bundesrat eine Mehrheit habe oder nicht, ob der „Wahnsinn Gesundheitsreform” gekippt werde. „Hier haben die Menschen in NRW ihre Chance, das Ausbluten unseres Gesundheitssystems zu verhindern und deshalb muss die SPD im Wahlkampf Klartext reden”, appellierte er.
Reibungslos gingen auch die weiteren Wahlen zu den verschiedenen Kommissionen, Konferenzen, Ausschüssen, Parteitagen und zum Landesparteirat sowie drei Anträge und eine Resolution über die Bühne.
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