Die Hunde der Botschaft suchen ein Zuhause

Tiere suchen am Sonntagabend im Fernsehen wieder ein Zuhause.
Tiere suchen am Sonntagabend im Fernsehen wieder ein Zuhause.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit zwei besonderen Hunden ist der Tierschutzverein Marsberg am Sonntag bei „Tiere suchen ein Zuhause“ im WDR-Fernsehen zu Gast.

Marsberg/Köln..  Ihre Namen klingen nicht gerade europäisch: Wufu und Dalan. Wenn es an diesem Sonntag um 18.15 Uhr im WDR-Fernsehen wieder heißt „Tiere suchen ein Zuhause“, dann haben die beiden Schäferhunde ihren großen Auftritt. Denn die Geschichte der 19 Monate alten Hundegeschwister ist recht ungewöhnlich. Streng genommen sind die beiden sogar Botschafter auf vier Pfoten – naja, fast!

Immer wieder lädt das Fernsehen den Marsberger Tierschutzverein in seine Sendung nach Köln ein. Doch Wufu und Dalan sind in mehrfacher Hinsicht Exoten. „Solch einen kuriosen Fall hatten wir auch noch nicht“, sagt Gina Göss vom WDR-Redaktionsteam der Sendung. Der Rüde und die kastrierte Hündin wuchsen in einer ausländischen Botschaft in Deutschland auf. Dann starb ihr Besitzer. „Das Herkunftsland und die Stadt sollen ausdrücklich nicht genannt werden. Aber nach dem Tode des Tierhalters versorgten zunächst Mitarbeiter der Botschaft die Schäferhunde. Dann meldete sich diese bei uns in Marsberg, ob wir die Hunde nicht übernehmen könnten“, erklärt Elke Heinemann vom Tierschutzverein.

Wufu und Dalan wurden auf dem Botschaftsgelände gut betreut und konnten sich dort in einem großen Park frei bewegen. „Es sind nie ausgesprochene Wachhunde gewesen und es sollen auch künftig keine werden. Die beiden hängen sehr aneinander, so dass wir sie nicht voneinander trennen möchten“, betont Elke Heinemann. Beim ersten Kontakt mit den Tierschützern hätten die Schäferhunde Interesse und Vertrauen gezeigt, hätten aber in ihrer Welt nicht viele Erfahrungen sammeln können. Und: die Tiere waren an Kommandos in der Sprache des Botschafters gewöhnt: das war weder Deutsch noch Englisch.

TV-Auftritt wie ein Tierarztbesuch

„Als sie vor fünf Monaten zu uns kamen, kannten sie nichts. Von Leinenführigkeit keine Spur. Wir haben die Erziehung in die Hand genommen. Viele Personen kümmerten sich, die Hunde sind interessiert, lernwillig und haben sich richtig herausgemacht“, sind Elke Heinemann und ihr Stellvertreter Peter Schreckenberg stolz. Die Ex-Botschaftshunde seien richtige Charakterhunde geworden und liefen mittlerweile ruhig nebeneinander her.

Daher waren die Dreharbeiten für die Sendung auch kein Stress. „Alle Hunde genießen so einen Tag bei uns. Für die ist das wie ein Tierarztbesuch – etwas aufregend, aber stressfrei, weil sie intensiv betreut werden“, versichert Gina Göss. Gedreht wird auf einem parkähnlichen Gelände in Köln-Bocklemünd, wo Zelte mit Sitzplätzen aufgestellt sind und die Tier sich auch mal frei bewegen können. Erst bei den eigentlichen Aufnahmen, kommen die Hunde mit ins Spiel. Vorher wird nur mit den jeweiligen Begleitern der Tiere geprobt.

Die Marsberger kennen den ganzen Ablauf bereits, denn sie waren in ihrem fast 20-jährigen Vereinsbestehen regelmäßig dort zu Gast. „Tierschutzvereine aus ganz Deutschland bewerben sich um eine Teilnahme. Wir wählen aus und können längst nicht jeden nehmen. Die Marsberger sind ausgesprochen engagiert und leisten sehr gute Arbeit“, betont Gina Göss. Tierschutz sei generell schwieriger geworden. „Es ist nach wie vor erstaunlich, wie unbedacht sich Menschen Tiere anschaffen und dann damit nicht klarkommen.“

Davon können auch die Mitstreiter um Elke Heinemann ein Lied singen. Die Aufnahme von Schäferhunden steht für ihren Tierschutzverein immer noch im Vordergrund. Schäferhunde finden dort engagierte und kompetente Ansprechpartner, die sich für Tiere in Not jederzeit ehrenamtlich engagieren.

Die Vermittlung dieser Rasse ist dem Verein ein Herzensanliegen. „Schäferhunde haben es schwer, nach einem Verlust ihrer Besitzer ein neues Zuhause zu finden. Erfahrung mit der Rasse, konsequenter Umgang, Beschäftigung und ein enger Bezug zu Menschen sind die Kriterien, von denen wir eine Vermittlung an neue Besitzer abhängig machen“, so Frau Heinemann. Wo wohl Wufu und Dalan ein neues Zuhause finden werden?