Die Hilfe selbst bestimmen
10.04.2008 | 18:11 Uhr 2008-04-10T18:11:00+0200
Brilon. Weniger Fremdbestimmung und mehr Eigenverantwortung für Menschen mit Behinderung: Das sind Ziele des Persönlichen Budgets. Dieses wird jedoch bisher kaum wahrgenommen.
Am Donnerstag diskutierten Vertreter des Sozialwerkes St. Georg und der Stadt Brilon mit der NRW-Behindertenbeauftragten Angelika Gemkow.Seit Januar haben Menschen mit Behinderung die Möglichkeit, das Persönliche Budget anzufordern. Hinter diesem Begriff versteckt sich die Idee, dass Behinderten ein Geldbetrag zur Verfügung gestellt wird, mit dem diese sich notwendige Unterstützungs- oder Hilfeleistungen selber einkaufen können. Das Konzept hat jedoch einen Haken: Bisher wird das Persönliche Budget kaum genutzt. Im Hochsauerlandkreis nehmen gerade mal zwei Menschen diese Leistung in Anspruch.
Beim gestrigen Praxisgespräch mit der NRW-Behindertenbeauftragten Angelika Gemkow herrschte Einigkeit darüber, wie man künftig mehr Menschen dieses Konzept schmackhaft machen könnte - nämlich über eine Informations- und Beratungsoffensive. „Wir brauchen Zeit, um den Menschen Ängste zu nehmen und Chancen aufzuzeigen”, erklärte Angelika Gemkow. Die Arbeit des Sozialwerkes St. Georg zum Thema Persönliches Budget lobte Genkow gestern ausdrücklich.
Das Sozialwerk versucht momentan, über Beratung und Assistenz das Thema bekannter zu machen. „Wir möchten uns sehr für dieses Angebot engagieren und wollen die Menschen informieren. Ich denke, es ist ein überaus spannendes Instrument für eine innovative Behindertenhilfe”, erklärte die Geschäftsführerin des Sozialwerkes, Gitta Bernshausen.
Mit einer Hotline, Plakaten und Veranstaltungen wird momentan versucht, auf das Persönliche Budget aufmerksam zu machen. Karl Josef Fischer, Behinderten-Koordinator des HSK, machte jedoch deutlich, dass man Geduld bei diesem Thema beweisen müsse. „Wir stehen am Anfang. Wenn wir in fünf Jahren wieder hier sitzen, werden es mehr Menschen sein, die das Angebot warnehmen”, sagte Fischer.
0mitdiskutieren