Die heute üblichen Betonbaukästen hat ja jeder
19.04.2011 | 14:00 Uhr 2011-04-19T14:00:00+0200
Udorf.Den alten Bauernhof der Familie zu restaurieren war für Heinz-Peter Schröder und Ehefrau Maria eher Notwendigkeit als eine Entscheidung des Herzens.
Er steht bis heute unter Denkmalschutz und durfte so zu keiner Zeit abgerissen werden, auch wenn dessen Zustand anno 1989 es geradezu herausforderte. So aber machten sich die Schröders ans Werk – mit viel Erfolg.
Das Grundstück in der Gildestraße in Udorf ist wahrlich malerisch. Das riesig erscheinende Haupthaus mit der großen Eingangstür, auf dessen Holz sich weiße Inschriften finden, wird umrahmt von kleinen Nebengebäuden. Im Mittelpunkt des großen Vorhofs reckt sich eine Tanne in den Himmel.
Hausherr Heinz-Peter Schröder öffnet die Tür und lässt den Besucher in die gleichsam riesig erscheinende Vorhalle eintreten. Dunkles Holz dominiert in Form antik erscheinender Möbel. Eine kunstvoll geschwungene Treppe führt zur Empore und in die Räume der zweiten Etage.
Kläglicher Zustand
Die Schröders haben es sich nicht nur wohnlich, sondern auch äußerst ansehnlich gemacht in ihrem Eigenheim. Und das war ganz schöne Arbeit, denn anders als viele Bewohner alter Häuser unserer Serie war es für die Udorfer nicht leicht, einen Kompromiss mit der Denkmalbehörde zu finden, die seit 1983 über das historisch Wertvolle des alten Bauernhauses wacht. „Die Denkmalschutzauflagen sind eine enorme Bürde. Wenn wir auf Münster gehört hätten, wäre die Lebensqualität nicht gut gewesen, so ist sie in Ordnung“, findet Landwirt Heinz-Peter Schröder, dessen Sohn Bertram der offizielle Inhaber des Hofes ist.
Im Mai 1802 wurde das Fachwerkhaus von der Familie Schröder errichtet. Als Heinz-Peter Schröders Bruder 1989 verstarb und er selbst das Haus erbte, galt es, eine Entscheidung zu treffen. Es war in einem kläglichen Zustand. Das Ehepaar wohnte eigentlich in Rösenbeck, betrieb dort einen landwirtschaftlichen Betrieb. „Abreißen durften wir das Haus nicht. Hätten wir es aber einfach stehen lassen, hätte man ewig auf eine Ruine geschaut“, erläutert der Hausherr und fügt hinzu: „Das wollte ich auf gar keinen Fall.“
Deshalb machte sich Heinz-Peter Schröder an die Restaurierung, legte das Haus erst einmal tiefer und hob die Decken an. So wollte er die nach seinem Empfinden viel zu geringe Zimmerhöhe auf ein erträgliches Maß bringen. Die Denkmalbehörde in Münster war nicht einverstanden. „Deshalb haben wir auf Geld verzichtet und alles so gemacht, wie wir wollten“, schildert der Hausherr. Ein Jahr lang sanierte die Familie den Hof.
Viel Eigenleistung
Die Arbeiten im Innern des Gebäudes erledigte der heutige Hausherr ausnahmslos selbst und siedelte nach dessen Beendigung 1990 von Rösenbeck ins heimische Udorf über. „Wir hatten damals die Möglichkeit, neu zu bauen, der Preis wäre günstiger gewesen und wir hätten weniger Ärger gehabt“, sagt Ehefrau Maria. Trotzdem hätten sie den arbeitsintensiveren Schritt nie bereut. „Es hat ja auch was für sich, denn die heute üblichen Betonbaukästen hat ja jeder“, so Schröder.
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