Die alte Sporthalle hat keine Zukunft mehr

Die alte (l.) und die neue Sporthalle am Gymnasium Winterberg.
Die alte (l.) und die neue Sporthalle am Gymnasium Winterberg.
Foto: Ralf Hermann
Was wir bereits wissen
Lange Jahre hat sie ihren Dienst getan, bald ist sie Geschichte, die alte Turnhalle am Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg. Im Zuge des Neubaus der Dreifach-Turnhalle soll sie in diesem Jahr abgerissen werden. Nicht alle sind von dieser Idee restlos begeistert.

Winterberg..  Lange Jahre hat sie ihren Dienst getan, bald ist sie Geschichte, die alte Turnhalle am Geschwister-Scholl-Gymnasium Winterberg. Im Zuge des Neubaus der Dreifach-Turnhalle soll sie in diesem Jahr abgerissen werden. Nicht alle sind von dieser Idee restlos begeistert. Eltern von jungen Fußballern zum Beispiel und auch Vertreter von Vereinen, die die Halle regelmäßig nutzen, fragen sich, ob es nicht doch eine Lösung gibt, die Halle weiter nutzen zu können.

Die Chancen sind allerdings gering. Sowohl die Stadtverwaltung als auch die Vertreter der CDU und FDP im Winterberger Stadtrat halten den Abriss für alternativlos und verweisen insbesondere auf den hohen Investitionsstau in der alten Halle sowie auf die von der SPD initiierte Abfrage aller Vereine im Stadtgebiet bezüglich ihrer Hallennutzung. Ergebnis war damals, dass mit der neuen Dreifach-Turnhalle die Kapazitäten ausreichend seien.

„Der Abriss der Halle wurde bei dem Entscheid für die neue, vielfach nutzbare Halle einstimmig beschlossen. Die FDP steht auch heute noch zu dieser Entscheidung. Aus Finanzgründen können wir uns - auch als Kooperation mit Vereinen - einen Weiterbetrieb der Halle nicht vorstellen“, so FDP-Fraktionschef Bernd Kräling. Sein CDU-Pendant Joachim Reuter erinnert wie Kräling auch an das Ergebnis der oben erwähnten Vereins-Abfrage bezüglich der Hallennutzung und verweist zudem auf die Wirkung der neuen Sportstätte für die Schule und die Stadt: „Für den Standort Winterberg bedeutet der Neubau erstens eine deutliche Stärkung des Gymnasiums. Zweitens ist mit der neuen Sportstätte eine nachhaltige Förderung des Leistungssportes verbunden. Somit sehen wir nicht die Notwendigkeit, die alte Sporthalle am Gymnasium zu erhalten.“

Die SPD erklärt, dass ihnen „seitens der Verwaltung erklärt wurde, dass Mittel für notwendige Investitionen in das Budget für die Dreifach-Turnhalle eingeflossen sind und daher nicht mehr zur Verfügung stehen“. Allerdings könnte sich der SPD-Fraktions-Vorsitzende Harald Koch neue Überlegungen vorstellen, „falls es private Initiativen gäbe, die Sporthalle in Eigenregie zu betreiben“. Doch auch dann stelle sich nach wie vor die Frage, wie viel noch in die Halle investiert werden muss, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, so Koch weiter. Auch die SPD geht davon aus, dass die Hallenkapazitäten jetzt ausreichen, „zumal von uns u.a. erreicht wurde, dass die Sporthallen auch während der Ferienzeiten genutzt werden können“.

Förderszenario entscheidend

Rund 750 000 Euro müssten - Stand heute - laut Stadt in die alte Zweifach-Turnhalle fließen. „Ein Erhalt wäre dann kein Problem, wenn da jemand wäre, der die Reparaturaufwendungen und Betriebskosten erbringt“, heißt es in der Stellungnahme der Stadtverwaltung. „Doch welcher auch noch so ehrenamtlich engagierte Verein kann das stemmen bzw. finanzieren?“, schiebt die Verwaltung hinterher.

Die Entscheidung, die alte Zweifach-Turnhalle abzureißen und das dadurch gesparte Sanierungs-Budget in den Neubau zu stecken, wurde laut Stadt auf der Grundlage einer 2012 erstellten Kostenkalkulation von rund 701 000 Euro für die Sanierung vom Rat beschlossen. Allein rund 312 000 Euro sieht die Kalkulation für die Dachsanierung vor (siehe Info-Kasten).

Entscheidend für das Votum des Rates war sicher auch das Förderszenario. Mit der Ernennung zur NRW-Sportschule in 2012/2013 eröffneten sich diesbezüglich laut Verwaltung neue Perspektiven. So wurde die neue Sporthalle zu 90 Prozent mit Landesmitteln gefördert. „Nicht allein, um den Vorgaben des Hochleistungssports gerecht zu werden, sondern weil das sportfachliche Konzept einer NRW-Sportschule, an das auch die hohen Fördermittel geknüpft sind, dies erforderte“, so die Stadt. So war u.a. die optimale Aufteilung der neuen Dreifach-Turnhalle für einen parallel stattfindenden Schul- und Hochleistungssport ein Förder-Kriterium. Außerdem können, so die Stadt, über die neue Halle die seit Jahren angestrebte 60 Meter Indoor-Sprint-Anlaufstrecke, Spezifikräume wie Kraftraum, Imitationsräume für Sprung/Rodel und Gymnastik sowie ein großes Laufband bereitgestellt werden.

Keine Kapazitäts-Probleme

Um den finanziellen Eigenanteil der Stadt für den Neubau zu realisieren, sei ein Abriss der alten Turnhalle unumgänglich. Außerdem können, so die Verwaltung, bei der neuen Dreifach-Turnhalle Energie- und Reinigungskosten von jährlich 18 000 Euro eingespart werden. Kapazitäts-Probleme sieht die Stadt nach dem Neubau ohnehin nicht. Da nun nicht mehr wie bisher 5, sondern sechs Hallenkapazitäten sowie die Sporthalle in Züschen zur Verfügung stehen.

Das Fazit der Stadt: „Die Abriss-Entscheidung der alten 2-fach-Turnhalle zu revidieren, hätte – insbesondere vor dem Hintergrund einer sinnvollen Nutzung von Steuergeldern – eine offensichtliche Fehlentscheidung bedeutet.“