Deutschen fest die Daumen gedrückt

Sabrina Schütte aus Brilon (hier mit dem WM-Maskottchen) verfolgte das Halbfinale gegen die USA in Vancouver.
Sabrina Schütte aus Brilon (hier mit dem WM-Maskottchen) verfolgte das Halbfinale gegen die USA in Vancouver.
Foto: WP
Sabrina Schütte aus Brilon verfolgte die bittere 0:2-Niederlage im Halbfinale gegen die USA in Vancouver, dem WM-Endspielort

Brilon..  Die deutschen Fußball-Damen sind im WM-Halbfinale gegen die USA mit einer 0:2-Schlappe aus allen Titelträumen gerissen worden. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (MEZ) verfolgte Sabrina Schütte aus Brilon die aus deutscher Sicht bittere Niederlage in Vancouver (Kanada), dem WM-Endspielort. Gestern meldete sich die Spielerin vom SV Thülen, die auch A-Lizenzinhaberin und DFB-Stützpunkttrainerin ist sowie zum Trainerstab der Mädchenwestfalenauswahlen gehört. Sie schilderte ihre persönlichen WM-Eindrücke.

„Diese Weltmeisterschaft ist für mich ein besonderes Highlight, da mit Annike Krahn, Lena Goeßling und Alexandra Popp gleich drei ehemalige Westfalenauswahlspielerinnen, die ich bei dem einen oder anderen Lehrgang über die Jahre mal trainiert habe, im WM-Kader stehen“, berichtete die Sport- und Biologielehrerin, die am Gymnasium der Benediktiner in Meschede unterrichtet.

Das Spiel USA gegen Deutschland verfolgte die Brilonerin in der Fifa-Fan-Zone in Vancouver, wo ebenfalls schon WM-Spiele ausgetragen wurden.

800 Fußballfans im Zelt

„Neben einem Kleinspielfeld, einigen Ballkünstlern und Torschussaktionen wurde dort auch kulinarisch einiges geboten, wie z.B. das in Kanada beliebte Fish and Chips oder Putin (Pommes mit Bratensoße und Käse).“

Bestens gestärkt und in großer Vorfreude schaute sie sich in einem Zelt mit zwei großen Bildschirmen mit rund 800 frauenfußballbegeisterten Fans, darunter auch rund 50 Deutsche aus Kaiserslautern und Neuss, die Partie an. „Jüngster Zuschauern“, so Sabrina Schütte, „war der dreijährige Otto, dessen Mutter Deutsche und der Vater Kanadier ist.“

Für die Kickerin vom SV Thülen war vor dem Spiel klar, dass sich die deutsche Mannschaft nach dem schwachen Auftritt gegen Frankreich steigern musste, um gegen den starken Gegner zu bestehen und auch, um einiges wieder gut zu machen. „Voller Inbrunst sangen die USA-Fans schon die Nationalhymne mit und zeigten uns sofort, wer hier in der Überzahl ist. Jede Balleroberung und jeder Torschuss wurde gebührend gefeiert. Mit dem Elfmeter-Pfiff für Deutschland trat dann Totenstille ein. Doch als Šašić den Strafstoß verschoss, war der Jubel auf Seiten der USA-Anhänger riesengroß“, beschreibt sie die Schlüsselszene des Spiels.

Noch Chance auf Platz 3

Nach dem Führungstreffer der USA, ebenfalls durch einen Elfmeter, habe es bei den USA-Anhängern kein Halten mehr gegeben. „Die Fans begannen ,Vancouver we are coming zu singen.“

Noch ausgelassener wurde die Stimmung nach dem zweiten USA-Tor. Schütte: „Jetzt hielt es niemanden mehr auf seinem Platz, außer uns Deutschen.“

Klar, dass die Brilonerin nach der Partie enttäuscht war. „Immerhin bleibt uns ja noch die Chance auf den dritten Platz, wo wir gegen Japan oder England antreten müssen. Aber ich hätte die deutschen Damen natürlich lieber im Stadion hier in Vancouver angefeuert und als Sieger gefeiert.“