Der Junge mit der Ukulele singt im Fernsehen

Freddy Albers und Lutz Ackermann
Freddy Albers und Lutz Ackermann
Foto: WP
Freddy Albers, alias Carsten Hesse aus Hallenberg, singt am Sonntag im NDR-Fernsehen.

Hallenberg..  „Junge, komm bald wieder!“ Das hört Freddy Albers oft, wenn er „unter fremden Sternen“ unterwegs ist. Seit 2008 setzt der Hallenberger Carsten Hesse zig Mal im Jahr die eigens in Hamburg gefertigte Kapitänsmütze auf, streift die blaue Seemannsjoppe über und singt, was das Zeug hält. Mal Gassenhauer von Freddy Quinn, mal Lieder von Hans Albers, immer so dicht am Original, dass man verblüfft den Atem anhält.

So muss es auch dem langjährigen Musikchef des Norddeutschen Rundfunks ergangen sein. Als Lutz Ackermann Freddy bei einem Auftritt hört, kommen die beiden ins Gespräch.Am Sonntag, 9. August, präsentiert Ackermann um 20.15 Uhr im NDR-Fernsehen wieder eine neue Ausgabe der Schlagersendung „Das große Wunschkonzert“. Gedreht wurde am 20. Juni auf Norderney. Mit dabei Carsten Hesse. „Es hat nur so geschüttet auf der Insel, aber zum Glück hatte der Kameramann am Tag vorher schon ein paar gute Bilder bei Sonnenschein gemacht“, sagt der 44-Jährige, der beim Felgenhersteller Borbet als Angestellter in der Technikabteilung arbeitet. Also gibt es bei der Ausstrahlung im Fernsehen die „Haifischbar“ von außen und Freddy singt drinnen.

Carsten Hesse ist ein richtiger Vollblutmusiker. Selbst hat er über 3000 CDs im Schrank und spielt mehrere Instrumente - vom Akkordeon bis zu Ukulele. Wenn Freddy singt, läuft im Hintergrund die Originalmusik, zu der auch schon seine großen Vorbilder „La Paloma“ geschmettert haben. „Ich habe einen guten Draht zum Management von Freddy Quinn. Ich bin der einzige, der die Originalbänder und -arrangements nutzen darf“, gesteht er stolz. „Der Sound ist schon richtig satt und geil.“ Als sich neulich eine Casting-Show der Musik ungefragt bediente, musste der Sender ordentlich zahlen.

Absolut authentisch

Mit Freddy Albers hat Carsten Hesse eine absolute Nische erwischt. Zwar hat er auch die Stimmen von Elvis, Frank Sinatra und Dean Martin perfekt ‘drauf. Doch momentan schippert der Hallenberger erfolgreich auf der Schlagerwelle. Seine Erfahrung: Gerade vermeintliche Elvis-Imitatoren gibt es wie Sand am Meer. „Viele mehr schlecht, als recht. Das Repertoire von Freddy oder Albers bedient hingegen eigentlich keiner“, sagt der Hallenberger. Er muss sich dafür auch musikalisch nicht verbiegen. „Ich mag die Musik, bin damit groß geworden und vielleicht komme ich auch deshalb so authentisch ‘rüber. Roland Kaiser wäre nicht mein Ding“

Zwei Jahre lang ist er regelmäßig im legendären Café Keese auf der Reeperbahn in Hamburg aufgetreten. Aber auf dem Kiez hat es einen Besitzerwechsel gegeben. „Da kommt jetzt ‘ne Cocktailbar rein. Doch der Sankt-Pauli-Bürgerverein überlegt schon, wo wir weiter machen können“, sagt Hesse. Denn vor allem die Wirtschaftswunder-Generation verlangt nach ihrem Freddy, der für seine Alter-Ego-Auftritte übrigens seinen ganzen Jahresurlaub in kleinen Häppchen verwendet. Im September ist er zu den Cruisedays wieder in Hamburg.

Eigens für die NDR-Sendung hat Freddy übrigens den Song, den er im Fernsehen präsentiert, noch einmal neu eingesungen. Aufgenommen im Antfelder Tonstudio von PK-Media mit Christoph Pütter am Mischpult. Und was singt Freddy wohl am 9. August im Fernsehen? „Auf besonderen Wunsch von Lutz Ackermann natürlich Junge, komm bald wieder!“ Am 29. August ist Freddy übrigens in der Stadthalle Betzdorf mit „großem Besteck“, also großem Sinfonieorchester, Chor und anders Stars, bei einer Gala zu hören. Moderiert von Stefanie Hertel.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE