Den Übergang ins Berufsleben erleichtern

Augen auf bei der Berufswahl.
Augen auf bei der Berufswahl.
Foto: Ralf Rottmann/WAZ FotoPool
Der Start ins Berufsleben ist nicht leicht - die Stadt Brilon will mit Schulen und Unternehmen die Angebote für die Fachkräfte von morgen verbessern.

Brilon..  Der Schüler weiß, was er werden will. „Kfz-Mechatroniker.“ Bei dem Wort zuckt seine Mutter während des Termins beim Berufsberater zusammen. „Willst du nicht lieber zur Verwaltung?“, fragt sie. Von dieser Szene, von dem Einfluss der Eltern auf die Berufswahl ihrer Kinder berichtet Berufsberater Theo Gruß beim ersten Arbeitstreffen zum Schwerpunktthema des Jahres „Verbindung Schule - Beruf“. In der Arbeitsgruppe soll offen diskutiert werden, wie der Übergang von Schule ins Berufsleben verbessert werden kann.

Knapp 50 Schulleiter, Personaler und Azubi-Betreuer von Unternehmen und Vertreter der Kammern kommen zum Auftakt ins Briloner Rathaus. „Das ist genau die Mischung, die wir wollten“, zeigen sich Bürgermeister Christof Bartsch und Wirtschaftsförderer Oliver Dülme zufrieden mit der Resonanz.

Praktika, Bewerbertraining, Ausbildungsbörsen - dem Briloner Nachwuchs wird von Schule, Arbeitsagentur, Unternehmen und seitens der Stadt bereits einiges zur Orientierung geboten. Trotzdem ist vor allem mit Blick auf den drohenden Fachkräftemangel klar - da ist noch Luft nach oben.

Der Vorschlag, mehr Praktika anzubieten, stößt nicht überall auf Gegenliebe: „Wir wollen die Schüler auch vernünftig betreuen“, sagt ein Unternehmensvertreter. Diskutiert wird vor allem die Koordination und Konzeption der bereits bestehenden Angebote - um sie besser zu vernetzen und zu präsentieren. Auch der Austausch zwischen Unternehmen sei wichtig.

Nie habe es ein so großes Angebot an Information gegeben, sagt eine Teilnehmerin. Marko Kieschnik von Egger stellt die entscheidende Frage: „Kommt das bei den Jugendlichen an?“ Wichtig sei, die Information interessant zu verpacken - vor allem mit Bilder- und Videomaterial. Vorgeschlagen wird auch eine spezielle App für Smartphones.

Die Arbeitsgruppe einigt sich auf fünf Schwerpunkte: Umsetzung der Landesvorgabe „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAOA), Einbeziehung der Eltern, Organisation von Betriebsbesichtigungen, Abstimmung bei Praktika und Vermittlung von Unternehmerwissen in den Schulen.

Damit soll sich jeweils eine Projektgruppen beschäftigen, also eigenständige Ideen erarbeiten und in der nächsten großen Runde Ende Mai vorstellen. Auch Schüler bzw. Azubis sollen sich dort einbringen.