Das grüne Kreuz hält Einzug
16.05.2007 | 03:55 Uhr 2007-05-16T03:55:28+0200Olsberg. (wi/ju) Die Ruhr-Apotheke in der Bahnhofstraße ersetzt ab Montag das rote "A" durch das leuchtend grüne "DocMorris-Kreuz". Sie wird damit nach Sundern zweite Partnerin der niederländischen Versandapotheke im HSK. Landesweit g
Apotheker Karl-Heinz Förster ist einer von inzwischen 450 Bewerbern, die nach einem Auswahlverfahren in den DocMorris-Kreis aufgenommen wurden. Für den Inhaber der Ruhr-Apotheke ist es wichtig, dass er auch künftig eigenständig bleibt. Er erklärte, dass er durch diese Partnerschaft aktiv an den Veränderungen im Gesundheitswesen (Stichwort: Liberalisierung des Marktes) teilnehmen möchte. Was Beratung und Service angehe, ändere sich für die Kunden künftig nichts. Die Partnerschaft mit DocMorris bringe aber Preisvorteile, die an den Kunden weitergeleitet würden.
Der Sprecher der Apothekerschaft im Altkreis Brilon, Jürgen Schäfer, bezeichnete das Markenpartner-Konzept als "kalten Kaffee". Er könne nicht erkennen, dass derartige Partnerschaften zu einer nennenswerten Stärkung der pharmazeutischen Qualität oder der Wettbewerbsfähigkeit führten: "In erster Linie profitieren die Anbieter eines solchen Konzeptes - und zwar von der monatlichen Lizenzgebühr der teilnehmenden Apotheken." Auch vermag Schäfer keine Einsparungen für die Kunden zu erkennen: "Ich kann den Verbrauchern nur raten, sich nicht von einzelnen Lockangeboten täuschen zu lassen." Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten gebe es keinerlei Preisunterschiede. "Außerdem halte ich es für wichtig, den Kunden unabhängig von einer Lizenzfirma beraten und ihm auch von manchen Mitteln abraten zu können." Dem widerspricht Karl-Heinz Förster: "Wir bleiben in der Arzneimittelauswahl auch künftig völlig unabhängig. Und Lockangebote gibt es bei uns nicht."
"Wir haben die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Kunden im Internet bestellen. Viele möchten einen Ansprechpartner vor Ort", erklärt DocMorris-Sprecher Christian J. Becker. Deshalb will die Firma in den kommenden fünf Jahren bundesweit 500 weitere Partner ins Boot nehmen. Noch in diesem Jahr soll die Zahl von 100 erreicht werden. Der Versandhandel läuft nach wie vor über Holland und nicht über die Partner vor Ort.
"Bei den Apotheken, die sich uns bislang angeschlossen haben, gab es einen Umsatzsprung von 100 Prozent und eine Erhöhung der Kundenfrequenz um den Faktor drei", lässt Becker Zahlen sprechen.
0mitdiskutieren