Coole Weltcup-Party in Willingen - Fans machen Stimmung bei eisiger Kälte
14.02.2012 | 23:38 Uhr 2012-02-14T23:38:56+0100
Willingen. Russenmützen, Thermojacken, Ohrenwärmer, Wollschals tief im Gesicht. Viele dick vermummte Gestalten beim Weltcup-Skispringen in Willingen sehen aus wie ein Spion, der aus der Kälte kam. Es herrschen Temperaturen von minus 15 Grad, aber die Party-Stimmung ist heiß.
Die hartgesottenen Wintersport-Freaks trinken, tanzen und schunkeln sich in Willingen warm. 13 255 Zuschauer heizen sich ein, feiern am Samstag beim Teamspringen eine coole Party im sibirischen Klima an der Mühlenkopfschanze . Sie sind in 50 Bussen und 1 600 Autos aus allen Himmelsrichtungen angereist. Der Rest kam mit dem Taxi oder der Bahn.
Skihasen, Feierbiester und Kegelbrüder aus Bremen, Berlin, Düsseldorf, Krefeld, Frankfurt, Essen, Hagen, Münster, Ibbenbüren, Oberhof. Oder für einen Tag mal schnell von nebenan aus der Provinz in Hessen oder dem Sauer- und Siegerland.
DSV-Adler werden lautstark angefeuert
Dabei sein und mitfiebern ist alles, wenn die deutschen Adler angefeuert von kollektiven Ziiieh-Rufen über den Backen segeln. Skispringen ist Kult im Upland und selbst in Eiszeiten immer Anlass für eine heiße Party. Erstaunlich diese Beharrlichkeit bei den Fetengängern unterschiedlicher Generationen.
Vorne am Auslauf stehen zumeist die heißblütigen Teenager, bewaffnet mit Kuli und Autogramm-Album. Es könnte ja noch ein neuer Liebling aus der genauso jungen Springer-Garde vorbeikommen und seinen Namenszug verewigen. Wer Glück hat, ergattert eine Unterschrift oder sogar ein Foto von und mit Severin (Freund), Andy (Wank) oder Richi (Freund). Doch so richtig Lust auf eine Zugabe haben die frierenden DSV-Jungs diesmal nicht.
Weltcup-Helden nach Sprüngen gut verpackt
Nach jedem Durchgang beim Teamspringen streifen sie ihre dünne Kluft vom Leib. Kein Skiflieger darf sich unterkühlen. Schnell werden die Weltcup-Helden von Physiotherapeuten und Trainer wieder verpackt in Funktionswäsche und Kuscheldecken. „Im Winter sollte man ja generell dick angezogen sein“, verrät der österreichische Star Andy Kofler. Vor ihm schwenken zwei Mädels die rot-weiße Nationalflagge. Jede Handbewegung hält warm.
Oder es hilft sich „warme Gedanken“ zu machen. Der Standardspruch beim sicher frostigsten Springen in der Geschichte des Skiclubs Willingen. Das Publikum habe unglaubliches Durchhaltevermögen, lobt Thomas Behle, einst Pressesprecher des SC und heute einer von vielen Helfern, die bei der FIS-Team-Tour um den Weltcup-Standort Willingen kämpfen .
Organisation läuft in eisiger Kälte reibungslos
Reibungslos wie eh und je läuft die Organisation. „Eisige Kälte ist uns lieber“, sagt Behle nach einem Veranstaltungstag in herrlichem Sonnenschein. „Da haben wir festen Schnee bei der Arbeit unter den Füßen .“ Oft war der in vergangenen Jahren gar nicht vorhanden oder ist im strömenden Regen wieder dahin geschmolzen. Beste Bedingungen seien es diesmal. Thomas Behle greift beim Auf- und Abbau des Siegerpodests mit unter die Arme. Was um ihn herum passiert, hat er nur flüchtig im Blick.
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