Chance zum Wandel nach Kyrill genutzt

Mit einer Feierstunde wurden die Regionale-Projekte in Brilon freigegeben. Auf dem Bild Waldfee Kira Böddicker neben Bürgermeister Christof Bartsch, Hubertus Winterberg von der Südwestfalen-Agentur und BWT-Geschäftsführer Rüdiger Strenger
Mit einer Feierstunde wurden die Regionale-Projekte in Brilon freigegeben. Auf dem Bild Waldfee Kira Böddicker neben Bürgermeister Christof Bartsch, Hubertus Winterberg von der Südwestfalen-Agentur und BWT-Geschäftsführer Rüdiger Strenger
Foto: WP
Regionale-Projekte unter fachlicher Führung „live“ erleben: Bei herrlichem Sonnenschein fand die offizielle Eröffnung der Regionale-Projekte im Haus am Kurpark in Brilon statt.

Brilon..  Regionale-Projekte unter fachlicher Führung „live“ erleben: Bei herrlichem Sonnenschein fand die offizielle Eröffnung der Regionale-Projekte im Haus am Kurpark statt. „Alle Projekte sind getragen von der Überlegung, welche Chancen sich aus dem Orkan ergeben. Der ökonomische Schaden ließ sich bestenfalls erahnen“, so Bürgermeister Christoph Bartsch in Erinnerung an „Kyrill“ im Jahr 2007.

Im Rahmen des übergeordneten Regionale-Projektes „Stadt-Wald-Leben“ entstanden schließlich Teilprojekte, um „Entwicklungsmöglichkeiten, die man vorher nicht gesehen hat, sehen zu können“,

BWT-Geschäftsführer Rüdiger Strenger zu den rund 70 Gästen: „Die wichtigste Ressource war und ist der Einsatz und die Bereitschaft ganz vieler Menschen, die dies hier vor Ort ermöglichen.“ Brilon habe gute Aussichten, das Prädikat Kneippkurort zu bekommen, doch der erste Schritt müsse vor dem zweiten getan werden. Er dankte u. a. Hubertus Winterberg von der Südwestfalen-Agentur, der die Türen für diese Projekte geöffnet hat. Alle Arbeiten wurden innerhalb des Zeitplans bis auf wenige Kleinigkeiten abgeschlossen. Zu Beginn der Sommerferien sollen auch diese endgültig fertig sein.

Der Kurpark ist nun eine Anlaufstelle für den Gesundheitstourismus. Das Haus am Kurpark ist jetzt zudem ein „Haus der Gesundheit“ und Ausgangspunkt für den landschaftstherapeutischen Weg. „Die Landschaftstherapie nutzt die heilsame Wirkung der Natur und der Landschaft“, so Landschaftstherapeutin Edith Schlömer-Bracht bei der Vorstellung. „Wenn wir uns zu sehr von ihr entfernen, besteht die Möglichkeit, krank zu werden.“

Prävention gegen Burn-Out

Viele Menschen seien krank geworden aufgrund von Defiziten im Naturerleben. Wenngleich dieser Weg keine Therapie darstelle, so sei er doch eine hervorragende Möglichkeit, den Zugang zum Landschaftserleben zu aktivieren. Zudem sei er eine Prävention gegen Burn-Out.

Der landschaftstherapeutische Weg schlängelt sich um das Möhnequelltal herum. Er ist eine Verbindung vom Kurpark bis zur Quelle der Möhne und schafft somit den Übergang von der Stadt in die Landschaft. Insbesondere die Wasserflächen wurden neu gestaltet. Über das Möhnequell-Projekt sagte Adriane Plewka von den Stadtwerken Brilon: „Die Wanderer wollen Natur und Wildheit sehen.“ Kein Quergang störe hier mehr den Wasserfluss. Es sei ein intensiver Prozess gewesen, die Möhne freilegen zu dürfen.

Das durch Kyrill stark zerstörte Waldgebiet um den Berg Bilstein bietet Angebote für Sport-Begeisterte am Nordhang, den Trailground Brilon, und zwei Wanderthemenwege. Start und Ziel der verschiedenen Wege im Bereich Bilstein ist der Parkplatz an der Hoppecker Straße. Zu jedem Weg ist eine Infotafel mit Erläuterungen aufgestellt.

360-Grad-Fernblick

Der Weg „Geologischer Sprung“ stellt die geologischen Besonderheiten in den Fokus und endet am höchsten Punkt der Steinbruchhalde. Der Rundweg zeigt die Briloner Kalkhoffläche, rheinisch westfälisches Schiefergebirge. Auf der Aussichtsplattform seien bewegliche Sichtrohre installiert, die den Wanderern einen 360-Grad-Fernblick über den Kasseler und Waldecker Raum böten, so Strenger. Die Texte und Tafeln seien in rund zwei Wochen fertig und der Weg wurde bereits schon gut genutzt. Auf den Tafeln werden den Besuchern bald markante Waldbilder mit einer Auswahl charakteristischer Baumarten und besonderer Möglichkeiten forstlicher Bewirtschaftung gezeigt.

Kyrill und seine Folgen

Der Waldfeenpfad am Hängeberg stellt die Besonderheiten des Briloner Waldes mit seinen natürlichen, kulturellen und historischen Besonderheiten und die Auswirkungen des Sturms dar. Mitten im Auge von Kyrill sozusagen. Friedel Schumacher von „Brilon natürlich“: „Es geht darum, Kyrill und seine Folgen zu begreifen.“

Kyrill habe alte Bilder ausgelöscht. Dieser Erlebnispfad sei einerseits eine Verständnisplattform für das historische Ereignis, andererseits solle er für die Wahrnehmung der Umgebung, der Natur sensibilisieren. Der Wanderer erlebe eine interaktive Wissensvermittlung mit spielerischen Elementen und sinnlicher Wahrnehmung. „Der Besucher soll Erinnerungen mitnehmen“. Auch sei das Angebot ein Ausgleich der Naturdefizite. Außerdem sei die Waldfee eine positive Symbolfigur, ein Nachhaltigkeitssymbol, so Schumacher.

Trailground für Mountainbiker

Der Trailground Brilon ist zurückzuführen bis in das Jahr 2008. Thomas Schlecking berichtete, wie sich im Laufe der Jahre die Strecken für Mountainbiker weiter entwickelt und verändert haben – z. B. durch die Scheibenbremsen und damit die Art, wie man sich im Gelände bewegt. Mountainbiking sei inzwischen in ganz viele Disziplinen geteilt, so Schlecking.

Der Trailground ist für die Mehrheit der Mountainbiker, für Familien mit Kindern, gestaltet worden – von 5 bis 75 Jahren. Jeder solle für sich selber die Grenzen der Geschwindigkeit festlegen können, denn: „Ich bestimme die Schwierigkeit dort mit der Geschwindigkeit“, erklärte Schlecking.

Nach dem Festakt am Morgen war es dann am Nachmittag so weit: Die Besucher durften die Projekte live erleben.