Brilon nimmt Bürger bei Entscheidungen ins Boot

Die Sparkasse stiftet der Stadt Brilon eine Skulptur für einen der Kreisverkehre. Das Foto zeigt Sparkassendirektor Peter Wagner und den Künstler Hardy Raub.
Die Sparkasse stiftet der Stadt Brilon eine Skulptur für einen der Kreisverkehre. Das Foto zeigt Sparkassendirektor Peter Wagner und den Künstler Hardy Raub.
Foto: WP
Die Gestaltung des Kreisverkehrs am Amtsgericht soll der Anfang sein. Bürgermeister Dr. Bartsch will dieMeinungsbildung via Internet forcieren..

Brilon..  In Brilon sollen die Bürger künftig mehr unmittelbaren Einfluss in kommunalpolitische Entscheidungen nehmen können. Das Internet-Forum zur Gestaltung des Kreisverkehrs am Amtsgericht sei dabei der Einstieg. Bürgermeister Dr. Christoph Bartsch Donnerstagabend im Hauptausschuss: „Da lassen sich später vielleicht auch schwerwiegendere Fragen erörtern.“

Wie berichtet, schaltet die Stadtverwaltung in den nächsten Tagen das Bürger-Forum im Internet frei. Der Ausschuss konnte sich schon mal einen Eindruck machen. Auf vier Fotomontagen sind die Vorschläge der Verwaltung zu sehen (siehe Infobox).

Ob die Verwaltung nicht Unternehmen zwecks Sponsorings der Kreisverkehr-Aufhübschung angesprochen habe, wollte CDU-Fraktionssprecher Eberhard Fisch wissen. Klar doch, sagte Beigeordneter Reinhold Huxoll. Zum Beispiel die Firma, die den Kreisverkehr gebaut hat. Sie hätten wohl eine Baumaschine nebst Firmenlogo für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. „Das fanden wir aber zu krass“, sagte Huxoll. SPD-Fraktionssprecher Hubertus Weber sagte, dass gegen einen dezenten Sponsorenhinweis nichts einzuwenden sei.

Vier Vorschläge für Kreisel-Gestaltung

Die Stadt, so mahnte Beigeordneter Huxoll, sollte die Bereitschaft der heimischen Wirtschaft zum Sponsoring nicht überstrapazieren. Denn: Die Firmen unterstützen bereits viele soziale Projekte. Da solle man sie nicht auch noch „für unsere Pflichtaufgaben“ einspannen.

Der wiederholt vorgetragene Vorschlag, es bei einer floralen Gestaltung des Kreisverkehrs zu belasten, hat eine Haken. Die im vergangenen Herbst vorgenommene Bepflanzung ist nicht billig. Die Kosten waren so hoch wie die durch die Entfernung der Ampel im Jahr eingesparten Kosten. Bürgermeister Dr. Bartsch: „Das ist auf Dauer nicht akzeptabel.“

Die geplante Bürgerbeteiligung, so SPD-Stadtrat Wolfgang Kleineberg, sei „eine feine Sache“. CDU-Ratsfrau Karin Bange schlug vor, auch die Gestaltung des Kreisverkehrs am Ostring diskutieren zu lassen. Nach dem WP-Bericht zu dem stählernen Bogen am vergangenen Samstag hatte es auf „facebook“ viele Reaktionen gegeben.

Karin Bange: „Wir haben gewichtigere Probleme als die Leute auf die Palme zu bringen.“ Sie erinnerte daran, dass es auch ordentliches öffentliches Gemeckere gegeben hatte, als die ersten Pläne für die Sanierung des Kolpinghauses (Bürgerzentrum) veröffentlicht wurden: „Das ist heute voll akzeptiert.“