Brilon hat zu wenig Hausärzte

Der Versorgungsgrad mit Hausärzten ist nicht in allen Städten gleichermaßen gut.
Der Versorgungsgrad mit Hausärzten ist nicht in allen Städten gleichermaßen gut.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
In fünf Städten des Altkreises gibt es rechnerisch eine Überversorgung mit Ärzten - nun in Brilon nicht.

Brilon..  Der Versorgungsgrad mit Hausärzten ist in den einzelnen Kommunen im Altkreis Brilon sehr unterschiedlich. Während es in Hallenberg, Medebach, Winterberg und Marsberg entsprechend der bundeseinheitlich festgelegten ärztlichen Bedarfsplanung mit mehr als 110 Prozent rein rechnerisch eine Überversorgung gibt, liegt Olsberg bei 96,3 Prozent. Den geringsten Versorgungsgrad im ganzen HSK hat Brilon mit 67,3 Prozent vorzuweisen.

„Im Bereich Brilon/Olsberg sind für den hausärztlichen Bereich noch acht Praxissitze unbesetzt. Dies entspricht einem Versorgungsgrad von knapp über 75 Prozent“, erklärt Dr. Hans-Heiner Decker, Bezirksstellenleiter der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe. Dabei müsse man aber sehen, dass Brilon und Olsberg als ein Bereich gesehen werden, dass aber Olsberg fast zu 100 Prozent versorgt sei, so dass die Stellen tatsächlich in Brilon fehlen.

Höhere Patientenzahlen

„Es liegt auf der Hand, dass dieser Umstand zwangsläufig zu höheren Patientenzahlen bei den verbliebenen Briloner Arztpraxen führen muss“, so Dr. Decker auf Anfrage der WP. Die KVWL werde sich zukünftig verstärkt um neue Versorgungsformen im hausärztlichen Bereich kümmern und bewerben. Es wird angeregt, über neue Gesellschaftsformen ärztlicher Zusammenarbeit attraktive Arbeitsbedingungen auch für halbtagsweise arbeitende Ärztinnen z.B. als Partner oder in angestellter Tätigkeit zu schaffen.

Dr. Decker macht deutlich, dass die ärztliche Bedarfsplanung nicht durch die KVWL, sondern durch den Gesetzgeber vorgenommen wird und vorsieht, dass ein Hausarzt bundesweit 1633 Patienten zu versorgen hat.

Er rechnet vor: „Wenn bei einer Einwohnerzahl einer Gemeinde von 16 000 Einwohnern zehn Ärzte zur Verfügung stehen, ist somit eine 100 prozentige Bedarfsdeckung erreicht. Überversorgung besteht dann, wenn ein Versorgungsgrad von mehr als 110 Prozent erreicht wird. In diesem Fall sinkt die von einem Arzt durchschnittlich zu versorgende Einwohnerzahl entsprechend.“

Medebach am besten versorgt

Den höchsten Versorgungsgrad an Hausärzten erreicht demnach die Stadt Medebach mit 130,4 Prozent. Hier gibt es laut KVWL sieben Hausärzte. Winterberg (10 Hausärzte) kommt demnach auf 128,2 Prozent, Hallenberg auf 112,3 Prozent (drei Hausärzte). In Marsberg (15 Ärzte) liegt der Versorgungsgrad bei 116,4 Prozent, in Olsberg (neun Hausärzte) bei 96,3 Prozent. Das Schlusslicht bildet Brilon. Hier gibt es elf Hausärzte.