Brilon hat die erste CO2-neutrale Jugendunterkunft Deutschlands
12.05.2009 | 18:05 Uhr 2009-05-12T18:05:00+0200
Brilon. Die Jugendherberge Brilon darf sich mit einer weiteren Auszeichnung schmücken: Seit gestern ist sie offiziell die erste CO2-neutrale Jugendunterkunft Deutschlands.
Würden sich alle Kinder, die pro Jahr in der Briloner Jugendherberge übernachten bei der Hand nehmen, dann gäbe das eine kilometerlange Menschenkette. „Und wenn viele Kinder viele kleine Schritte tun, dann ist dadurch auch global etwas zu bewegen”, sagte Herbergsmutter Dorothee Wenken Montag. In der Tat hat die Briloner Einrichtung in puncto Umwelt und Nachhaltigkeit schon viel bewegt.
Das machte die umweltpädagogische Mitarbeiterin Birgit Feldmann deutlich, die Brilon in diesen Tagen verlassen und in Bayern eine neue Aufgabe übernehmen wird. Ziel sei es gewesen, als Jugendherberge einen Beitrag zu leisten, um die Erderwärmung abzumildern.
Drei Säulen hätten dafür Pate gestanden: Emmissionen vermeiden (z.B. durch den Einsatz solarthermischer Anlagen oder durch Regenwassernutzung)
Emmissionen verringern (durch den Einsatz von Bioprodukten, die in der Region hergestellt und nicht über lange Wege angeliefert werden müssen) und Emmissionen kompensieren.
Birgit Feldmann: „Jeder Bundesbürger erzeugt pro Tag im Schnitt 30 Kilo CO2. In der Jugendherberge sind es weniger als die Hälfte. Multipliziert man das mit den 16 000 Übernachtungen, so produzieren wir hier 213 Tonnen CO2-Emmissionen jährlich. Diese wollen wir durch eine Ausgleichszahlung in Höhe von etwa 3000 Euro an ein CO2-minderndes Energieprojekt ausgleichen.” Gäste, die von dem Konzept des Hauses überzeugt sind, können künftig einen freiwilligen Beitrag von 19 Cent pro Übernachtung zahlen. Diese Art „Wiedergutmachung” geht an ein Windkraftprojekt in Indien. Feldmann: „Klimaschutz mit einem positiven Lebensgefühl verbinden - wir glauben, dass es so funktionieren kann.”
Vorreiterrolle
Die Jugendherberge in Brilon sei ein Vorreiter für solche Projekte, lobte der Geschäftsführer des Deutschen Jugendherbergswerks, Landesverband Westfalen Lippe, Wolfgang Büttner. Als „Mutter aller Umweltjugendherbergen” bezeichnete Bernd Dohn, Geschäftsführer des DJH-Hauptverbandes, die Briloner Einrichtung. Hier werde auch deutlich, dass ein Image-Wandel ohne Werteverlust möglich sei. Die Vertreterin des Europäischen Verbandes, Constanze Adolf, meinte, die Ideen aus Brilon sollten auch für andere Einrichrichtungen Zielsetzung sein.
Die Grüße und Glückwünsche des Landesumweltministeriums überbrachte Hans Christian Markert. Er richtete einen Appell an möglichst viele Nachahmer der Briloner Idee: „Menschen im kleinen Kosmos für die globalen Probleme sensiblilsieren und mehr in globalen Zusammenhängen denken!”
Bei der anschließenden Klima-Expedition machten sich die Teilnehmer ein Bild von der umweltpädagogischen Arbeit, die dort geleistet wird. Und Kinder schickten eine ganze Staffel von Luftballonen in den Himmel - völlig CO2-neutral, versteht sich.
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