Brilon beim Mischwald auf gutem Weg

Brilon..  Die Stadt Brilon ist bei der Entwicklung ihres Waldes vom Nadelwald zum Nadelwald dominierten Mischwald auf einem guten Weg. Diese Ansicht vertrat Dr. Gerrit Bub, Leiter des Städtischen Forstamtes und Herr über 7750 Hektar Stadtwald im Süden Brilons, beim Branchengespräch Laubholzstudie NRW gestern in Olsberg. Nach dem Orkan Kyrill habe es einen Paradigmenwechsel gegeben, „jetzt haben wir eine gute Schnittmenge zwischen ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen unseres Waldes gefunden“, erläuterte er - ein Verhältnis von etwa 65:35 zwischen Nadel- und Mischwald. Die Stadt Brilon ist größter kommunaler Waldbesitzer in Deutschland.

Hintergrund des Workshops von Waldbesitzern, Sägewerkern, der Holzwirtschaft und des NRW-Umweltministeriums mit Staatssekretär Horst Becker an der Spitze war der wegen des Klimawandels gebotene Umbau der Wälder Richtung Laubwald. Dieser hängt davon ab, ob die Holzwirtschaft etwa aus der Buche genug am Markt absetzbare Produkte gewinnen kann - sonst sperren sich die privaten Waldbesitzer gegen Laubbaum-Anpflanzungen. Als Brotbaum gilt die Fichte.

Bub stellte die Umstellung des Stadtwaldes auf mehr Mischwald auch als betriebswirtschaftlich geboten dar, schließlich sei dessen Stabilität bei zu erwartenden neuen Orkanen größer. Seinen Angaben zufolge bleibt aber die Pflicht zum monetären Ertrag bestehen, der „ökonomische Druck“ sei gewaltig“: Die Stadt lasse 50 000 Festmeter Holz pro Jahr schlagen, übrig bleibe ein Gewinn von 600 000 bis 800 000 Euro.