Blitzmarathon im Altkreis Brilon – Temposünder in 30er-Zonen

Blitzmarathon 2015 am Berufskolleg in Olsberg. Die beiden Polizeibeamten Andreas Rüther und Markus Krämer nehmen die Geschwindigkeit der Autofahrer ins Visier.
Blitzmarathon 2015 am Berufskolleg in Olsberg. Die beiden Polizeibeamten Andreas Rüther und Markus Krämer nehmen die Geschwindigkeit der Autofahrer ins Visier.
Foto: Jutta Klute/WP
Auch im Altkreis Brilon gab es beim Blitzmarathon 2015 an vielen Stellen Geschwindigkeitsmessungen. Unter anderem waren die Polizeibeamten am Berufskolleg in Olsberg aktiv.

Olsberg.. „Den ganzen Vormittag haben sie im Radio über den Blitzmarathon berichtet und trotzdem hat es mich jetzt selbst erwischt“, ein Satz, den die beiden Polizeibeamten Andreas Rüther und Markus Krämer immer wieder hören. Bereits am frühen Morgen sind sie an der B 480 am Haus Wildenstein bei Wulmeringhausen im Einsatz, dann am Derkerborn in Brilon und zur Mittagszeit am Berufskolleg in Olsberg.

Nicht auf die Schilder geachtet

Zwei Lkw und drei Autos werden während des gut einstündigen Einsatzes am Berufskolleg angehalten. Hier gilt Tempo 30. Die beiden Polizeibeamten haben ihr Messgerät am Eingang des Parkplatzes direkt hinter dem Kreisverkehr aufgestellt. Sie sind dort relativ gut zu sehen. Außerdem ist der Blitzmarathon in den Medien immer wieder angekündigt worden. Trotzdem sind einige Fahrer auch hier zu schnell unterwegs.

Andreas Rüther blickt durch den Sucher. Mit dem Messgerät kann er die Geschwindigkeit von Fahrzeugen auf eine Entfernung von bis zu 1000 Metern bestimmen. Hier liegt der Messbereich zwischen 270 und 120 Metern, mitten in der 30-er-Zone auf Höhe der Bushaltestellen.

Blitzmarathon Als erstes erwischt es einen Lkw-Fahrer, der mit 43 km/h dreizehn Stundenkilometer zu schnell fährt. Der Fahrer hat offenbar nicht so genau auf die Schilder geachtet. Von Richtung Altenbüren kommend, wollte sein Navi ihn durch Olsberg leiten. Da auf dieser Strecke nur Lieferverkehr erlaubt ist, hat sich der Fahrer kurzerhand vorschriftsmäßig entschieden, der Vorfahrtsstraße zu folgen und am Berufskolleg vorbei zu fahren. Im Gespräch mit den Polizeibeamten stellt sich heraus, dass sein Navi nicht mit der aktuellsten Version ausgestattet ist. Seine Entschuldigung: Die ganze Aktion hat ihn so abgelenkt, dass er das Tempo-30-Schild wohl übersehen hat. Der Fahrer nimmt`s gelassen, zahlt 15 Euro.

Polizei hört immer wieder Ausreden der Autofahrer

„Ich war abgelenkt, ich habe das Verkehrszeichen nicht gesehen, ich hab`s total eilig“ - Ausreden, die die beiden Polizisten immer wieder hören. „Ich hab`s eilig ist dabei wohl die schlechteste Ausrede. Das ist ja fast schon Vorsatz“, sagt Andreas Rüther. Durch seine langjährige Erfahrung sieht er in der Regel schon von weitem, ob ein Auto zu schnell unterwegs ist.

Suche nach der Umleitung

So wie die beiden Frauen mit WA-Kennzeichen, die 44 km/h drauf haben. Die Fahrerin ist sich keiner Schuld bewusst: „Wir wollten gerade sowieso zu ihnen fahren, weil wir überhaupt nicht mehr wissen, wo wir herfahren müssen.“

Blitzmarathon Sie haben einen Termin in Brilon-Wald und wissen wegen der Sperrung der L 743 nicht, welchen Weg sie nun fahren sollen. Das kann Andreas Rüther ihnen erklären. Doch vorher sind 25 Euro fällig. Ganz ähnlich geht es es einem Ehepaar aus Wuppertal, das auf dem Weg nach Willingen ist. Der Fahrer ärgert sich: „Ob Sie’s glauben oder nicht, ich habe den ganzen Morgen an den Blitzmarathon gedacht“ - bis er auf der Suche nach der Umleitung unaufmerksam wird.

Beim Blitzmarathon fahren die Leute vorsichtiger

„In der Regel reagieren die Fahrer ruhig und freundlich und zeigen sich einsichtig, so die Erfahrung von Andreas Rüther und Markus Krämer. Ihre Einschätzung: „Heute merkt man natürlich, dass die Leute insgesamt vorsichtiger fahren als sonst. Das ist eine gute Werbung für langsames Fahren.“