Bis(s) wir zum Vampir werden
19.02.2010 | 07:00 Uhr 2010-02-19T07:00:00+0100Nun musste sich auch Pro7 zum ganzen Vampir-Hype mal etwas zum Thema einfallen lassen. Das Ergebnis lässt sich seit ein paar Wochen als neue Pro7-Serie „Vampire Diaries” jeden Mittwochabend um 21.15 Uhr begutachten. Da wird es langsam Zeit für ein erstes Resümee.
Im Mittelpunkt steht die Highschool-Schülerin Elena Gilbert, deren Eltern bei einem Autounfall ums Leben kamen. Im neuen Schuljahr lernt sie -welch ein Zufall- den neuen Schüler Stefan Salvatore kennen. Was Stefan ihr nicht verrät, ist, dass er ein Vampir ist. Ein Guter, im Gegensatz zu seinem Bruder. Beide trauern einer verflossen Liebe zu einer Vampirin namens Katherine aus dem Italien zur Renaissancezeit hinterher. Dummerweise sieht Elena dieser Vorlage verdammt ähnlich, weshalb die beiden Brüder in einem Wettstreit um Elenas Liebe und Seele kämpfen.
„Soweit so gut”, denkt sich der Durchschnittsdeutsche „alles schon mal gesehen und nichts Neues.” Auf den ersten Blick möchte man wirklich meinen, es handele sich um einen billigen Abklatsch von den erfolgreichen Twilight-Romanen und den Aufsprung auf das „Quotenpferd” bei Pro7, nachdem der Mittwochabend in diesem Jahr noch nicht die gewünschten Zuschauerzahlen erbringen konnte.
Wahrscheinlich werden die Quoten schon eine enorme Rolle spielen, dennoch lässt sich sagen, dass die Romane der Vampire Diaries viel älter sind als die der Stephenie-Meyer-Verfilmungen. Die US-Autorin L. J. Smith schrieb sie bereits 1991, und kein geringerer als Kevin Williamson(u.a. Scream) führt die Regie.
Grund genug, doch einmal in die Serie hineinzuschauen, dachte ich mir. Dazu muss ich sagen, ich gehöre zu den Personen, die von den TV-Sendern eher negativ gesehen werden, da sie sich nicht einfach zur Mehrheit der Zuschauer zählen lassen. Überhaupt sind mir Topquotensendungen meist zu abgestumpft, und die Begeisterung für Vampir-Filme sind mir genauso unerklärlich wie das Harry Potter- und Herr der Ringe-Phänomen. Auch wenn sich meine Begeisterung nach der ersten gesehen Folge in Grenzen hielt, schaltete ich zur nächsten Sendezeit wieder ein und wieder, und wieder…
Meiner Meinung nach sind die Unterschiede unverkennbar, weshalb sich auch die Darsteller nicht hinter den Twighlight-Darstellern verstecken müssen. Überhaupt erscheinen mir die beiden männlichen Schauspieler in der Realität ein bisschen zu alt mit 27 und 31Jahren für die Teenagerzielgruppe. Aber gerade vielleicht auch deswegen und wegen ein paar anderer Feinheiten lässt sich Vampire Diaries nicht in die typische Vampir-Schublade stecken.
Mein Fazit: Wer bis jetzt schon den Vampiren verfallen ist, wird auch hier wieder auf seine Kosten kommen. Trotzdem oder gerade deswegen kann sich auch jeder andere ein bisschen Mystik in den Mittwochabend holen ohne genervt den Fernseher abzuschalten.
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