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Wir öffnen Türen

Bier, wie am Heiligen Berg

21.12.2009 | 08:00 Uhr
Bier, wie am Heiligen Berg

Bruchhausen. Im Rahmen unserer täglichen Kläppchenaktion öffnen wir heute das Türchen zur Brauerei in Bruchhausen.

Es gibt helles und es gibt dunkles Bier. Gerade so, wie am heiligen Berg in Kloster Andechs im bayerischen Herrsching am Ammersee. Nur, dass es in Bruchhausen nicht die Benediktiner sind, die das edle Gesöff brauen, sondern die Fürstenbergs in ihrer Hofbrauerei unweit des Schlosses von Hubertus Baron von Fürstenberg und seiner Gaugreben'schen Renteiverwaltung.

Klein, aber fein

Das sauerländische Hofbräuhaus ist klein, aber fein. Piekfein, möchte man sagen. Denn wer die Türen zum Allerheiligsten, dem Sudhaus, öffnet, der ist überrascht, wie hier alles blinkt. Die WESTFALENPOST schaute im Rahmen ihrer Adventsaktion hinter die Kulissen der adeligen Braustätte und öffnete zu ihrer Adventskalenderaktion viele Türen.

Während der Baron als Eigner der ganzen Brauerei zu nennen ist, ist Karl Cramer als Pächter dafür verantwortlich, dass die Flaschen gut gefüllt sind und die Fässer rollen. Und nicht nur im beschaulichen Europagolddorf Bruchhausen an den Steinen, sondern darüber hinaus, quasi im ganzen Hochsauerlandkreis. 500 hl stößt die kleinen Brauerei aus. Die Vermarktung und auch die dazugehörende Werbung obliegt Karl Cramer. Er ist dafür verantwortlich, dass der Rubel rollt. Alles aber, was flüssig ist, sprich das Bier und der Schnaps, dafür ist Braumeister Jürgen Kombächer zuständig. Auf ihn ist Verlass. „Er ist ein Garant für immer gleichbleibende Qualität”, sagt Cramer, wohlwissend, dass mit einem guten Braumeister der Laden steht oder fällt.

Malzig gut

Bornsteiner Landbier, sowohl hell (4,8 %) als auch dunkel (5,6 %) stehen das ganze Jahr über im Programm. Jetzt, vor dem Christfest, gibt es noch das Weihnachtsbier, ein besonders dunkles Gebräu, das sehr malzig, aber teuflisch gut schmeckt.

„Wir brauen ein Bier, das nicht gefiltert wird”, sagt Cramer und verweist darauf, dass das Bornsteiner Bier (so heißt der größte der vier Bruchhausener Steine) ein absolutes Naturprodukt ist. „Wir lassen bei einem extrem langen Reifeprozess step for step die Hefe ab, die sich im Kessel unten absetzt. So klärt sich unser Bier von selber, auch wenn unser Helles letztendlich immer etwas trüb bleibt. Das ist so gewollt. Wie bei allen nicht konservierten Naturprodukten ist das Fürstenbergsche Bier nur begrenzt haltbar. In drei Monaten muss es getrunken sein. Sonst flockt die Resthefe aus.”

Braugerste aus Kulmbach

Die Ingredienzien des süffig milden Bieres sind allererste Sahne: Beste bayerische Braugerste aus Kulmbach, dazu milder Aromahopfen aus Tettnang vom Bodensee. Das Geheimnis des milden Bieres ist jedoch das Wasser, das aus gutseigener Quelle unterhalb der Steine hervorkommt. „Einmalig zum Bierbrauen. So gut wie kein Kalk. Besser geht es nicht”, sagte Cramer. 40 l pro Minute ist die Bergquelle mächtig.

Für das Weihnachtsbier wird extrem geröstetes Darrmalz verwandt. Dieses Bier ist fast süßlich, ein Hochgenuss.

Aber auch sechs Sorten Likör stehen auf der Angebotspalette. Darunter ein Edelbrand von Äpfeln und Birnen gutseigener Streuobstwiesen auf 0,5 l Flaschen aufgezogen. Das Bier gibt's sowohl in Fässern als auch in Zwei-Liter-Syphons und in Ein-Liter-Bügelflaschen.

Paul Rötz



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