Bewerbung wie für Olympia
14.02.2012 | 18:39 Uhr 2012-02-14T18:39:00+0100
Alme. Sie stehen hoch im Kurs: 315 Veranstalter haben sich allein für 2012 darum gerissen, eines der bundesweit 23 Saal- oder der 27 Open-Air-Konzerte mit der „Big Band der Bundeswehr“ zu bekommen. Die Messlatte liegt hoch. Die musikalischen Botschafter in Uniform spielen 70-mal im Jahr, aber längst nicht überall. Aber in Alme.
Zum 100-jährigen Bestehen der „Original Almetaler“ kommt das berühmte Orchester unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Lieder am 30. Oktober zu einem Showkonzert der Extraklasse aus Euskirchen ins Sauerland. „Das hatte schon fast etwas von einer Olympia-Bewerbung“, sagt Dirigentin Rita Vogt. Ein Jahr im Voraus hatten die Almer ihren Hut in den Ring geworfen, um die Formation für ein Benefizkonzert begeistern zu können. Viele Auflagen waren zu beachten. Das ging damit los, dass die 39 Musiker und Techniker in Einzelzimmern untergebracht werden müssen und endet mit einer exakten Vorgabe für die Größe der Bühne. Sieben Meter hoch muss sie sein, weil eine spezielle Pyrotechnik mit funkensprühenden Fontänen Bestandteil der Show ist. „Unsere Halle hat aber nur sechs Meter Höhe“, schmunzelt Vorsitzender Frank Patzke. Aber auch das Problem haben die Almer souverän gelöst. Die Fontänen fallen halt eben ein wenig kleiner aus.
Alle Bewerber mussten schließlich zum Stammsitz der Big Band nach Euskirchen, wo es um die Endauswahl ging und wo die Almer letztlich eine Zusage erhielten. „Unsere Bewerbung war offenbar überzeugend“, freut sich der 2. Vorsitzende Franz-Josef Vogt. Zwar müssen die Almer bis zum Konzert am 30. Oktober noch manche Vorarbeit leisten. Aber die Mühen werden sich lohnen. Der Erlös des Konzertes ist für die Jugendabteilung der „Original Almetaler“ bestimmt. Seit ihrem Bestehen hat die Big Band der Bundeswehr übrigens schon rund 15 Millionen Euro für gute Zwecke eingespielt. Im Briloner Stadtgebiet war die Big Band zuletzt beim Landesmusikfest 1997 zu Gast.
Flügelhorn statt Fußball
Aus rund 40 aktiven Musikern besteht das Almer Orchester, hinzu kommen 20 Jungmusiker. Und im Zeitalter des viel zitierten demografischen Wandels müssen Freude am Flügelhorn und Traum von Trompete schon früh geweckt werden. Frank Patzke: „Wenn wir die jungen Leute für uns gewinnen wollen, müssen wir das tun, bevor sie Spaß am Fußball bekommen.“
Karten für das Big-Band-Konzert gibt es übrigens erst ab 18. März. Das liegt daran, dass momentan der Vorverkauf für „Vlado Kumpan“ und seine Musikanten läuft.
Der 39-jährige Slowake ist ein Ausnahmetalent; schon mit 14 Jahren nahm er sein Studium in Bratislava auf und spielte in renommierten Orchestern. Seit 2011 hat er 12 Spitzenmusiker um sich geschart, schon zwei Jahre später wurde die Formation Europameister der Blasmusik. „Es ist das einzige Konzert in NRW und wir haben Anfragen aus ganz Deutschland“, freut sich Rita Vogt. Die Almer müssen sich sogar aus Nachbarorten Tische und Bänke ausleihen, so groß ist die Nachfrage. Schon jetzt sind 500 Karten verkauft. Karten für Vlado gibt es bei der Sparkasse in Alme, im „Eulenhof“ und unter www.musikverein-alme.de
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