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LEADER

Bewerbung um die Fördermittel

22.01.2015 | 08:00 Uhr
Bewerbung um die Fördermittel
Die Ausbildungsbörse ist ein LEADER-Projekt der Region Hochsauerland.Foto: BWT

Altkreis.   Für die nächste LEADER-Projektphase müssen die Bewerbungen bis zum 16. Februar eingereicht werden. Die LEADER-Region Hochsauerland steht in den Startlöchern und stellt ihre Bewerbung am 2. Februar, 19 Uhr, im Olsberger Rathaus vor.

Rosenmontag ist Stichtag. Bis zum 16. Februar müssen die Bewerbungsunterlagen für die neue LEADER-Förderphase in Düsseldorf vorliegen. Schon jetzt ist klar: Zumindest ein Pförtner wird an diesem rheinischen Hochfest Dienst schieben müssen. Denn vermutlich werden sich manche mit Aktentasche bewaffnete Anzugträger ihren Weg durch die Narren zu ihm bahnen, um buchstäblich auf den letzten Drücker die Bewerbungsunterlagen abzugeben.

Ein etwas komfortableres Zeitfenster hat hingegen der Geschäftsführer der LEADER-Region Hochsauerland, Heinrich Nolte. Aber auch er wird persönlich in die Landeshauptstadt fahren und die rund 120-seitige Bewerbung dort abliefern. Sicher ist sicher. Denn sehr viel Arbeit u.a. aus Vereinen, Gremien, Arbeitsgruppen und Kommunen steckt in dem gedruckten Werk.

Dass „LEADER“ nichts mit Gesang zu tun hat, weiß zwischen Meerhof und Braunshausen inzwischen jeder. Von 2000 bis 2006 waren Medebach und Hallenberg die ersten beiden Städte (von landesweit damals nur drei Regionen), die mit guten Ideen gute 39 Projekte umsetzten und gute 1,7 Millionen Euro an Fördermitteln generierten. Als die Spielregeln geändert wurden, schlossen sich alle sechs Altkreisstädte von 2007 bis 2013 zur Förderregion Hochsauerland zusammen. Im Konzert mit landesweit elf anderen Regionen kamen so 1,68 Millionen Euro in den Altkreis. Damit (plus fast derselben Summe als private Kofinanzierung) wurden 70 Projekte realisiert.

Aber mindestens genauso wichtig wie das Geld ist und war das Zusammenfinden der sechs Kommunen Brilon, Hallenberg, Marsberg, Medebach, Olsberg und Winterberg. Heinrich Nolte: „Dass sich alle Beteiligten städteübergreifend als Region zusammengefunden habe, dass Netzwerke gebildet wurden und dass das Kirchturmdenken überwunden wurde – das hat für mich den Reiz des LEADER-Gedankens ausgemacht und das tut es noch heute.“

Konkurrenz schläft nicht

Jetzt bewirbt sich die Region erneut um die Fördergelder. Und diesmal werfen landesweit gleich 44 Konkurrenten ihren Hut in den Ring. Es geht um insgesamt rund 112 Millionen Euro. Bewerber mit unter 80 000 Einwohnern dürfen sich auf 2 Millionen Euro Zuwendungen freuen. Über der 80 000-er Schwelle gibt es sogar 2,7 Millionen. Dazu zählt unser Beritt. Zwischen 22 und 24 Bewerber bekommen am Ende etwas vom großen Kuchen ab. „Ein Fachbüro wird die 45 Bewerbungsmappen im Auftrag des Landes prüfen. Der Beirat des Zentrums für ländliche Entwicklung wählt dann aus“, erklärt Nolte. Im Frühjahr gibt es dann den Bescheid, wer dabei ist und wer nicht.

Fördersumme erhöht

Welche Projekte konkret für das Hochsauerland an den Start gehen, möchte der früherer Medebacher Bürgermeister jetzt noch nicht verraten. Denn die Konkurrenz schläft nicht, zumal dieses Mal sogar 65 Prozent (bislang um die 50) der Projektkosten gefördert werden; der Rest muss wieder aus öffentlicher oder privater Hand bestritten werden. Nur so viel: Es geht um Projekte, die Lösungsansätze für Sorgenkinder wie Bevölkerungsschwund, Fachkräftemangel oder ärztliche Versorgung im Auge haben. Oder auch um Stärken der Region wie Natur, Umwelt und Tourismus. Neu ist auch: Erstmals werden die Endsummern inklusive Mehrwertsteuer gefördert; das war den Kommunen bislang nicht möglich.

Noch mal zurück nach Düsseldorf: Mit der Entwertung der Bahnfahrkarte dorthin endet für Heinrich Nolte die Arbeit als Geschäftsführer. Natürlich bleibt er Mitglied im Regionalverein. Kommt der Altkreis aber wieder in den Genuss der Fördermittel, wird es einen neuen Geschäftsführer geben. Der Bisherige wird aber trotzdem gerne - wenn gewünscht - beratend zur Verfügung stehen.

Thomas Winterberg

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2015-01-22 08:00
Nachrichten aus Brilon, Marsberg und Olsberg