Bergbaugeschichte erlebbar gemacht

Adorf..  Wie haben die Bergleute Eisenerz aus dem Martenberg geholt, wie wurde es zu Stahl, und wo kam es überhaupt her? Das sind einige der Fragen, auf die das neue Info-Center der Grube Christiane bei Adorf Antworten bereit hält – nicht nur mit Schautafeln und Exponaten, sondern vor allem multimedial und interaktiv.

Erinnerungen und Erlebnisse der Knappen sind in Film, Bild und Ton festgehalten. Grundlegende Fakten zu Geologie und Bergbau lassen sich spielerisch erkunden: Puzzle erklären die Stahlproduktion, ein Spiel über die richtigen Minenpfeiler erfordert Augenmaß und Erzklumpen laden zum Lernen durch Anfassen ein.

Die Erweiterung neben dem historischen Lokschuppen vergrößert das Bergwerksmuseum erheblich: „Mit dem einfachen Anbau aus Beton ist es uns gelungen, die Ausstellungsfläche mehr als zu verdoppeln, ohne den Charakter der Anlage zu verbauen“, erklären die aus Frankenberg stammenden Architekten Jan-Erik Spork und Christoph Grabowski. Projektarchitekt war Tobias Freitag, Verantwortliche in Adorf Ute Friedrich. Große Teile der Baukosten von 547 000 Euro flossen in die Restaurierung der schon bestehenden Gebäude. 273 000 Euro stammen aus dem europäischen Regionalfonds EFRE, der Landkreis unterstützt die Gemeinde mit 71 000 Euro. Dazu kommen private Sponsoren.

Siebeneinhalb Monate hat der Bau gedauert und ist abgesehen von Kleinarbeiten im Außenbereich grade rechtzeitig für den gestrigen Saisonstart des Besucherbergwerks fertig geworden: „Wir feiern hier vorne und durch den Hintereingang verschwinden die Handwerker“, sagt Erhard Rettig, Vorsitzender des Knappenvereins. Der Rat ehemaliger Bergleute floss in die Planung ein, die im Schnitt mehr als 70 Jahre alten Mitglieder halfen tatkräftig mit und bei der Eröffnungsfeier stimmte der Knappenchor für dutzende Gäste Bergmannslieder an.

„Gespür für die harte Arbeit“

Bürgermeister Volker Becker erklärt, dass das Museum nach dem Umbau wieder modernen Lehrstandarts entspreche: „Unser Ziel ist, eine breite aber auch eine andere Besuchergruppe anzusprechen“, so der „Bergwerksdirektor“. Begeistert zeigte sich auch Landrat Dr. Reinhard Kubat: Die Ausstellung verleihe ein Gespür für die harte Arbeit früherer Zeiten und die Menschen, die sie verrichteten: Er berichtete von seinem Kindheits-Nachbarn „Onkel Karl“, der täglich mit dem Fahrrad 25 Kilometer von Marienhagen nach Adorf gefahren sei, um in der Grube Christiane zu arbeiten. „Und das Verrückte war: ‚Onkel Karl‘ war stets ein glücklicher Mensch.“