Bei Transportfahrer Mario Busch sind Bobs in guten Händen

Mario Busch transportiert die Bobs wieder zum Start
Mario Busch transportiert die Bobs wieder zum Start
Foto: WP
Was wir bereits wissen
42-Jähriger befördert die wertvollen Sportgeräte auf der Kappe nach dem Rennen vom Ziel wieder zum Start.

Winterberg.. Früher kannte er den Bobsport nur vom Hörensagen. Mittlerweile ist Mario Busch (42) ein Kenner der Kufenszene. Kein Wunder: Der Winterberger transportiert in den Wintermonaten das Wertvollste der Athleten, die Schlitten, vom Zielbereich des Eislabyrinths sicher zum Start. „Und dabei lernt man nicht nur den einen oder anderen Bobfahrer kennen, sondern bekommt auch Einblick in die Sportart“, so der 42-Jährige.

Seit 2004 ist Mario Busch bereits dabei. Damals übernahm die Firma Klaus Peis, Containerdienst und Tiefbau aus Siedlinghausen, im Auftrag der Bobbahn GmbH die Bob-Transporte. „Ich bin vom Chef quasi ins kalte Wasser geworfen worden, denn ich war nie zuvor an der Kunsteisbahn“, erinnert er sich. Doch der Spaß am Job stellte sich schnell ein. Seit über zehn Jahren steuert der gelernte Kraftfahrer mittlerweile seinen John Deere-Traktor mit Anhänger die Bobbahn-Wege hoch und runter. Wenn mehr als neun Bobs im Rennen sind, wird er noch von einem Kollegen unterstützt.

10 Minuten für eine Tour

Für die gesamte Strecke (Ziel - Start - Ziel) benötigt Busch mit Auf- und Abladen etwa 10 Minuten. Im Startbereich nimmt er zunächst die Schonkufen mit, fährt ins Zielareal hinunter und lädt die Kufen dort ab. Die Bobs, die die Bahn bereits heruntergefahren sind, werden nun auf die Schonkufen gestellt, aufgeladen, an einem Seil festgemacht und schon geht’s wieder los. Vier Bobs finden im Übrigen pro Fahrt auf dem großen Anhänger Platz.

„Ab diesem Jahr dürfen nur noch die Geräte transportiert werden“, berichtet Mario Busch. Eine neue Sicherheitsvorschrift. Vorher konnte pro Bob immer ein Teammitglied - meistens ein Anschieber - sitzend im Schlitten mitfahren.

Da im Wettkampf alles sehr zügig über die Bühne gehen muss, bleibt nicht viel Zeit zum Reden. Anders sieht das beim Training aus. „Hier kommt man mit einigen Jungs auch ins Gespräch“, so der 42-Jährige. Die früheren deutschen Topfahrer Rene Spies, Andre Lange und Christoph Langen kennt er alle. „Wenn ein Wettkampf gut gelaufen ist, bedanken sich die Sieger auch schon mal bei uns.“

Sechs bis sieben Touren rauf und runter sind bei einem Wettkampf normal. Da kann sich ein Arbeitstag - allerdings mit Pausen zwischendurch - auch schon mal über einen ganzen Tag bis in die Abendstunden strecken. Generell ist Busch in der Wintersaison bei allen Bob-Wettkämpfen, Trainings- und Taxibobfahrten im Einsatz.

Viele Bobfahrer kennen gelernt

Klar, dass der Winterberger schon die Schlitten vieler junger Athleten tranportiert hat, die vorher kaum jemand kannte, und die plötzlich im Rampenlicht stehen.

„Johannes Lochner und Nico Walther gehören dazu“, meint er. „Die machen ihren Weg.“ Und wer weiß: Vielleicht sind es ja bald wieder Winterberger Bobpiloten, die Mario Busch mit seinem Traktor zum Sieg begleitet.